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Allergie-Symptome: Was Sie über Allergien wissen sollten

Symptome: Das sollten Sie über Allergien wissen.
Ursachen und Symptome: Das sollten Sie über Allergien wissen. © dpa, A3542 Karl-Josef Hildenbrand

"Hilfe, ich bin allergisch"

Jeder kennt das: Die Augen jucken oder die Nase läuft. Meist ist das ein Anzeichen für eine Allergie. Inzwischen leiden viele Allergiker fast das ganze Jahr über an den typischen Symptomen.

In Deutschland reagiert fast jeder Fünfte auf irgendeine Substanz allergisch. Und die Zahl der allergischen Krankheiten nimmt kontinuierlich zu. Daher ist es wichtig, vorzubeugen. Denn bislang gibt es keine Heilungsmöglichkeiten bei Allergien.

Menschen, die schon an einer allergischen Erkrankung leiden, sollten sich mit einem Arzt in Verbindung setzen. So können geeignete Therapien, mit denen die Beschwerden gut behandelt werden, besprochen werden. Denn ohne Behandlung kann sich die Allergie verschlimmern, chronisch werden und weitere Folgeerkrankungen verursachen. Mit der richtigen Therapie muss die Lebensqualität nicht leiden. Es genügen oft kleine Änderungen in der Lebensführung, um die Beschwerden zu verringen.

Was geschieht bei einer allergischen Erkrankung?

Allgemein wird unter Allergie eine überschießende Immunreaktion des Organismus auf bestimmte körperfremde Stoffe verstanden. Diese Fremdkörper, Allergene genannt, kommen sowohl in der Natur vor (Blütenpollen, Nahrung, Tierhaare, Schimmelpilze) als auch in künstlich geschaffenen Produkten (Kosmetika, Arzneimittel, Farben, Textilien) und lösen die Allergie aus. Dabei spielt das Immunsystem selbst die Rolle des Bösewichts. Denn die Allergie ist nichts anderes als eine Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr. Das Immunsystem reagiert auf völlig harmlose Stoffe wie auf eine ernst zu nehmende Gefahr. So werden Heuschnupfen, Asthma oder Hautkrankheiten hervorgerufen.

Symptome einzelner Allergien

Die Anzeichen der jeweiligen Allergien sind verschieden. Sie unterscheiden sich in Form und Ausprägung voneinander. Zudem zeigt jeder Allergiker eine andere Reaktion. So haben einige starke Beschwerden und andere sind hingegen nur leicht beeinträchtigt. Heuschnupfen etwa äußert sich meist durch Juck- und Niesreiz in der Nase, eine geschwollene Nasenschleimhaut und Schnupfen. Anzeichen für Asthma sind Engegefühl im Brustkorb, Atemnot sowie pfeifende und rasselnde Geräusche beim Atmen. Bei den meisten Allergien treten die Symptome direkt nach Kontakt mit den Allergenen auf. Manchmal können aber auch bis zu drei Tage vergehen bis die Allergie voll ausgeprägt ist.

Bei einer Allergie reagieren die körpereigenen Abwehrstoffe auf Fremdkörper, die keine Krankheitskeime sind. Jedoch vernichten die Abwehrzellen die fremden Substanzen nicht. Stattdessen bildet der Körper nach dem Kontakt mit den Allergenen unnötig viele Antikörper im Blut. Und diese führen anstatt zu einer Unempfindlichkeit zu einer Überempfindlichkeit.

Bleibt der Kontakt mit den Allergenen bestehen, reagieren die Abwehrzellen weiter als müssten sie einen Krankheitserreger vernichten. Solange der Körper den Allergenen ausgesetzt ist, bleiben die Symptome. Bei häufigem Kontakt mit den Fremdkörpern verstärkt sich sogar die Empfindlichkeit. Über das Blut gelangt dann das Immunglobulin E (Antikörper) an die Mastzellen, die sich im Bindegewebe von Haut, Schleimhaut und verschiedenen Organen befinden. Die in den Mastzellen vorhandenen Botenstoffe lösen dann Symptome wie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz aus.

Ursachen und Diagnose

Allergie-Symptome: Was Sie über Allergien wissen sollten
© dpa, A3542 Karl-Josef Hildenbrand

Gründe für eine allergische Erkrankung sind vor allem erblich bedingt. Jedoch bedeutet das nicht gleich, dass Sie an einer Allergie leiden werden. Weitere Ursachen die zu Allergien führen können sind im wesentlichen Dreck- und Umwelthypothese, Umweltbelastungen, Psyche und risikoreiche Berufe. Die Dreck- und Umwelthypothese besagt unter anderem, dass Kinder, die in den ersten Lebensjahren häufig mit Krankheitserregern in Kontakt kamen, später viel seltener allergische Reaktionen entwickeln als Kinder, die in einer sterilen Umgebung aufgewachsen sind. Grund hierfür ist, dass das Immunsystem durch die Krankheiten trainiert wird.

Umweltbelastungen wie Abgase, Feinstaub und Chemikalien können ebenfalls Allergien verursachen. Durch diese Einflüsse werden vor allem Haut und Schleimhäute beschädigt, so dass der Schutz zum Körperinneren geschwächt wird und Fremdkörper einfacher eindringen können.

Dagegen führen psychische Belastungen allein nicht zu Allergien. Aber bei einigen Allergikern verstärken psychische Umstände die Beschwerden oder rufen diese wieder hervor.

Bei risikoreichen Berufen kann es auch zu einer allergischen Erkrankung kommen, indem während einer Tätigkeit Allergene berührt oder eingeatmet werden. Hierzu gehören etwa Tierärzte und Tierpfleger, Bäcker und Konditoren, Gärtner, Förster, Lackierer oder auch Friseure.

Diagnose mithilfe von bestimmten Tests

Lassen Symptome wie Schnupfen, Juckreiz oder Rötungen eine Allergie vermuten, sollten Sie erstmal Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser überweist Sie dann je nach Krankheitsbild an einen Facharzt. Nachdem anschließend eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte erfolgt ist, müssen bestimmte Tests durchgeführt werden. Meistens wird ein Hauttest gemacht. Hierbei trägt der behandelnde Arzt mehrere Allergene auf die Haut auf. Bei sensibilisierten Menschen kommt es zu Hautreaktionen wie Rötung.

Durch diese Vorgehensweise weiß der Arzt, auf welche Allergene ein Patient reagiert. Reicht ein Hauttest nicht aus, müssen Laboruntersuchungen unternommen werden. Hierbei wird Blut entnommen und zur genauen Analyse an ein Labor geschickt. Bringen auch Laboruntersuchungen keinen Erfolg und die Ergebnisse sind immer noch unklar, dann ist ein Provokationstest sinnvoll. Dieser kann die Unverträglichkeit gegen bestimmte Allergene gezielt nachweisen. Diese werden inhaliert, geschluckt auf die Schleimhäute von Nase, Augen oder Bronchien aufgetragen oder gespritzt.

Da dieser Test jedoch sehr riskant ist und im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock verursacht, empfiehlt Ihnen RTLratgeber.de diesen nur in streng begründeten Fällen durchzuführen. Und das auch nur stationär oder in spezialisierten Praxen.

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