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Allergie immun: Wie man vorbeugt und was wirklich hilft

Allergie immun: Wie man vorbeugt und was wirklich hilft
© picture-alliance/ dpa, Heiko Wolfraum

Allergie immun: Vorsorge gegen Allergien

Die neuesten Studien zeigen, dass auch das Meiden der Allergieauslöser nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Es ist nicht einfach, einer Allergie vorzubeugen und dafür zu sorgen, dass die Kinder keine Allergien entwickeln.

Wer Allergie-kritische Nahrungsmittel konsequent aus seinem Speiseplan streicht, Milben und Staub durch übertriebene Hygiene ausmerzt und sich im Frühling und Sommer unter einen Glassturz stellt, hat damit auch keine Garantie, allergieresistent zu sein. Was also tun, um erst gar keine Allergie zu bekommen. Und was ist zu tun, um sie im Ernstfall unter Kontrolle zu halten? Die wichtigsten Fragen kompakt.

Was tun, um Kindern eine Allergie zu ersparen?

Ohne genetische Veranlagung liegt das Risiko, mit einer Allergie geschlagen zu sein, bei 15 Prozent. Wer selbst an einer Allergie leidet, gibt sie mit einer mehr als 50-prozentigen Chance weiter.

Für betroffene Kinder haben sich die die Ernährungsregeln etwas verändert: Vorsichtsmaßnahmen wie vor ein paar Jahren noch empfohlen, sind überholt: Stillen ist nach wie vor eine gute Vorbeugungsmaßnahme, aber nicht mehr so lange wie möglich. Vier Monate Stillen reicht vollkommen aus. Wer nicht stillen kann, sollte auf hyperallergene Nahrung zurückgreifen. Und alle anderen Verbote an Beikost sind überholt.

Ist Hygiene eine gute Methode eine Allergie zu verhindern?

Dreck ist nicht gleich Dreck. Also kann diese Frage nicht mit ja oder nein beantwortet werden. Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, sind vor Allergien weit besser geschützt als Stadtkinder. Speziell in Kuhdung sind Bakterien und Pilze vorhanden, die vor Allergien schützen. Wer niemals mit "gesundem Schmutz" in Berührung kommt, dessen Körper kann sich auch nicht aufrüsten gegen Allergene. Grundsätzlich bewahrt uns eine gesunde Hygiene vor Krankheiten. Also kommt es eben auf die Art und Weise an, wie wir mit Bakterien in Berührung kommen.

Kann eine Allergie auch wieder verschwinden?

Viele Allergien verändern sich im Lauf eines Lebens. So wie sie gekommen sind, können sie auch wieder verschwinden. Pubertät, Schwangerschaft, Menopause und andere Hormonschwankungen wirken sich häufig auch auf eine Allergie aus. Ob oder wann es passiert, kann man aber nicht vorhersagen.

Gibt es eine Therapie gegen Allergien?

Es gibt einige Ansätze und schon so manchen Heilerfolg. Eine 100 Prozent Garantie auf Erfolg gibt es aber nicht. Hyposensibilisierung bei Pollen-, Hausstaub- und Tierhaarallergikern ist eine langwierige, bis zu drei Jahren dauernde Therapie mit sehr großen Erfolgschancen. Wer auf Nahrungsmittel allergisch ist, hat aber bislang nur schlechte Chancen auf Heilung oder Besserung. Es wird aber intensiv daran gearbeitet, lebensbedrohliche Allergien gegen Nüsse, Fisch oder Erdbeeren mit winzigen Teilen des Allergens zu behandeln und den Menschen, die an einer solchen Allergie leiden, das Leben etwas zu erleichtern.

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