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Alleingeburt im Garten: Sarah bringt ihre Kinder am liebsten draußen und ohne Hilfe zur Welt

Mutter bringt ihre Kinder allein im Garten zur Welt
Mutter bringt ihre Kinder allein im Garten zur Welt Sie will alles so natürlich wie möglich 00:09:56
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Eine Krankenhausgeburt kam für sie nicht infrage

Eine Geburt ist immer ein ganz besonderer Moment. Ihr Kind ganz alleine unter freiem Himmel zur Welt zu bringen, können sich wahrscheinlich nicht viele werdende Mütter vorstellen. Sarah hat genau das gemacht. Fünf ihrer sechs Kinder hat sie ohne Hebamme geboren. Drei der Geburten fanden im Freien statt, drei in der eigenen Wohnung, weil es regnete oder zu kalt war. RTL Moderatorin Roberta Bieling hat die Familie besucht.

Eine Krankenhausgeburt wollte Sarah bei keinem ihrer Kinder, erzählt sie. Nachdem ihre erste Tochter zur Welt gekommen war, entschied sie sich bei den folgenden Geburten, auf jede Hilfe zu verzichten. „Ich habe irgendwie unbewusst die Geburt an die Hebamme abgegeben, weil ich wusste, jetzt ist der Experte im Raum“, erzählte sie. Dann kam es zum Geburtsstillstand – von einem Kaiserschnitt ist die Rede. „Die Geburtshelfer wissen ja auch nicht, wie das Kind rauskommen soll. Ich glaube, das muss ich selber machen“, merkte Sarah.

Hatte sie keine Angst, dass bei den Geburten etwas schiefgehen könnte?

Alle anderen Kinder brachte sie dann ohne Hilfe zur Welt – am liebsten draußen, alles ganz natürlich. Nur ihr Mann, von Beruf Allgemeinmediziner, war dabei und filmte, allerdings ohne einzugreifen. Sarah brauchte offenbar keine Unterstützung. Den jüngsten Sohn brachte sie zwischen Trampolin und Rutschbahn im Garten zur Welt, wo sie sich bei den Wehen abstützen konnte.

Sorge, dass die Nachbarn etwas davon mitbekommen könnten, hatte Sarah nicht. „Die Hecke ist hier so dicht“, erzählt sie. Auch die Kinder waren bei der Geburt ganz in der Nähe. Der Vater machte ihnen irgendwann einen Film im Wohnzimmer an, damit sie die Mutter nicht immer wieder störten. Spätestens dann aber nach der Geburt dürfen die Kinder das neue Familienmitglied bewundern. Denn Sarah möchte, dass ihre Kinder sehen, dass Geburt etwas Natürliches ist. Sie hatte auch keine Angst, dass ihr oder dem Kind etwas passieren könnte. Sie las zahlreiche Geburtsberichte, um herauszufinden, wie sich Komplikationen vermeiden lassen.

Viele kritisieren die alleingebärende Mutter

Mit ihrer Einstellung hat sich Sarah nicht nur Freunde gemacht. Die Videos der Geburten hat sie im Internet veröffentlicht. Viele regen sich darüber auf, dass die Frau die sonst alles so natürlich wie möglich haben will, die Geburten filmt. Viele können nicht verstehen, wieso Sarah das tut. Doch die Beschimpfungen lässt die sechsfache Mutter an sich abprallen. Sie will anderen zeigen, dass eine Geburt auch anders aussehen kann, als das stereotype Bild, das die Gesellschaft davon hat.

Und auch nach der Geburt geht es für die Kinder so ursprünglich wie möglich weiter. Die Jüngeren schlafen alle bei ihr im Bett, sodass sie jederzeit gestillt werden können. Und auch die älteren sollen sich frei entfalten können, darum unterrichtet Sarah sie zuhause. Das wäre in Deutschland nicht möglich, aber die Familie wohnt kurz hinter der französischen Grenze. Auch dadurch bekommt Sarah viel Gegenwind. Doch sie will einfach zeigen, dass jeder andere Bedürfnisse hat und seinen eigenen Weg gehen muss, um sich im Leben wohlzufühlen.

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