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Alleinerziehende Mutter: Nie wieder Sex?

Alleinerziehende Mutter mit Kind
Alleinerziehend zu sein ist schwer genug - bleibt noch Zeit für Sex? © Yuri Arcurs

Alleinerziehende Mutter: Nie wieder Sex?

Sexwissenschaftler haben großen Spaß daran, zu erforschen, wie oft Menschen Sex haben. Weibliche Singles haben angeblich Sex ohne Ende. Verheiratete Frauen weniger. Wie es um das Sexleben alleinerziehender Frauen bestellt ist, darüber schweigen die Experten. Grund: Da gibt es nichts zu erzählen. Ich als alleinerziehende Mutter weiß, wovon ich rede.

Nehmen wir an, ich treffe Mr. Right, verabrede mich mit ihm, wenn die Kinder für die Zeit der Verabredung woanders sind. Wenn ich mir wirklich sicher bin, dass er ein neuer Lebenspartner sein könnte, stelle ich ihn meinen Kindern vor. Dann die erste gemeinsame Übernachtung. Ich koche am Abend für alle. Die Kinder gehen zu Bett, Kerzen brennen, im Hintergrund läuft langsame Musik, der erste Kuss. Diese Romantik wird jäh unterbrochen, wenn in diesem Moment mein Sohn vor uns steht und sagt "Küssen ist eklig".

Ich werde gequält lächeln, den kleinen Mann wieder ins Bett schicken. Mein Liebster und ich werden uns ins Schlafzimmer verziehen. In diesem Moment wird wieder ein Kind hereinkommen. Ich werde von Minute zu Minute verklemmter, obwohl der wahre Mr. Right sicher Verständnis für meine Lage hat. Aber bis dieser geduldige Herr erscheint, können Lichtjahre vergehen. Was mache ich in der Zwischenzeit? Ich bin eine Frau in den besten Jahren. Ich will Sex. Also her mit einem Liebhaber!

Sex-Verabredungen, wenn die Kinder weg sind

Wann kann der mich besuchen? Am Vormittag? Was ist, wenn eines der Kinder früher von der Schule kommt? In den Kleiderschrank mit dem Burschen? Habe ich gemacht, kein Witz. Ein anderes Mal habe ich wochenlang an einem Date herumgebastelt, das an einem Samstag stattfinden sollte. Ein Sex-Samstag! Eine wunderbare Freundin erklärte sich bereit, die Kinder zu betreuen. Ich bekam einen Tag vorher Magen-Darm-Grippe, musste meinem Liebhaber absagen, heulte Rotz und Wasser.

Wiederum ein anderes Mal hatte ich eigens einen Babysitter engagiert, der am Nachmittag mit den Kindern auf den Spielplatz gehen sollte. Das muss man sich mal vorstellen: Das kostet Geld! Sieben Euro pro Stunde mindestens. Strenggenommen muss ich armes Hascherl also für Sex bezahlen.

Meine Kinder und die Babysitterin stehen in Hut und Mantel zum Abflug bereit, da fängt es an zu hageln. Ich schreib dem Lover eine SMS, der gerade einen Parkplatz vor dem Haus sucht, dass er noch warten möge, bis er klingelt. Wir holen die Regensachen, um die Kinder umzuziehen. All das dauert. Jede Minute, die verstreicht, bezahle ich. Der Lover schreibt ungeduldig zurück, wann es denn endlich losgeht. Ihm sei langweilig im Auto. Als ich ihn endlich in die Wohnung lassen kann, ist die Luft bei uns beiden raus.

Alleinerziehende: Beim Sex lauschen

Ein einziges Mal habe ich einen Lover bei mir empfangen - ein einziges Mal, während die Kinder in der Wohnung waren. Sie schliefen schon. Zum Glück haben meine Kinder einen festen Schlaf. Der Geschlechtsakt, den ich an diesem Abend vollzog, verdient seinen Namen: Es war ein Akt. Ein Staatsakt. Ich habe ständig unterbrochen, um zu hören, ob auch keine Kinder angetrappelt kommen.

Ich habe geschwitzt. Nicht vor Lust, sondern weil ich panische Angst hatte, dass plötzlich ein Kind vor mir steht und den Schock seines Lebens bekommt. Der Lover kommt nicht wieder, fürchte ich. Über das Sexleben alleinerziehender Frauen gibt es schon etwas zu erzählen. Sehr viel sogar. Nur: Sexy sind die Geschichten nicht.

Alleinerziehende: Beim Sex lauschen

Alleinerziehende Mutter: Nie wieder Sex?
Ablenkung beim Sex schadet © Artem Furman - Fotolia, Photographer: Artem Furman

Ein einziges Mal habe ich einen Lover bei mir empfangen - ein einziges Mal, während die Kinder in der Wohnung waren. Sie schliefen schon. Zum Glück haben meine Kinder einen festen Schlaf. Der Geschlechtsakt, den ich an diesem Abend vollzog, verdient seinen Namen: Es war ein Akt. Ein Staatsakt. Ich habe ständig unterbrochen, um zu hören, ob auch keine Kinder angetrappelt kommen.

Ich habe geschwitzt. Nicht vor Lust, sondern weil ich panische Angst hatte, dass plötzlich ein Kind vor mir steht und den Schock seines Lebens bekommt.

Der Lover kommt nicht wieder, fürchte ich. Über das Sexleben alleinerziehender Frauen gibt es schon etwas zu erzählen. Sehr viel sogar.

Nur: Sexy sind die Geschichten nicht.

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