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Alleinerziehende Mutter ist völlig überfordert - und nimmt Speed

"Ich wollte eine gute Mutter sein, meinem Sohn etwas bieten!"

Kindererziehung, Job und Haushalt - und in allem möglichst perfekt sein. Der Druck, der auf einer alleinerziehenden Mutter lastet, ist enorm. Das hat auch Martina zu spüren bekommen. Die junge Frau war auf sich allein gestellt - mit einem Sohn, zwei Jobs und dem Haushalt. Das wurde ihr irgendwann alles zu viel. Sie griff zur Aufputschdroge Speed und kam zehn Jahre lang nicht los davon. Und das machte alles kaputt.

Wegen Überforderung: Mutter nimmt Speed.
Drogenkarriere wegen Überlastung: Martina war über zehn Jahre speedabhängig.

Sie wollte in ihrem Leben etwas erreichen, eine gute Mutter sein und ihrem Sohn etwas bieten. Dafür übte Martina zwei Jobs aus und hetzte von Schicht zu Schicht. Schnell wurde klar, dass Martina nicht die Mutter sein konnte, die sie sich zu sein wünschte. Die vielen Vorbilder von guten Müttern, die alles auf die Reihe bekommen, lösten bei ihr das Gefühl aus, eine Versagerin zu sein.

Die Lösung schien ihr nah, als ihr Drogen angeboten wurden - Speed. Nach dessen Einnahme war sie wach und konzentriert. „Dass ich daran mit voller Wucht zerbrechen werde, damit habe ich nicht gerechnet“, erzählt Martina. Schnell fand sich Martina in einem bösen Kreislauf wieder: Sie wollte eine gute Mutter sein, nahm dafür Drogen, schämte sich vor sich und dem Kind und nahm dann nochmal Drogen, um sich von dem Gedanken zu lösen, vor den Problemen wegzurennen.

Der Schlafmangel und Drogenkonsum hatten körperliche Folgen. „Man will um Hilfe bitten, traut sich aber nicht. Fragt sich warum die anderen das nicht sehen, man fühlt sich körperlich schlecht.“

Ihr Drogenkonsum hatte nicht nur Auswirkungen auf sie, sondern auch auf ihren Sohn. Ihre Wünsche, eine normale Mutter zu sein, ihren Sohn zu Schule zu bringen oder Zeit mit ihm zu verbringen, sind ihr mehr und mehr entglitten. Dafür hat ihr die Kraft gefehlt. Ausgerechnet die Drogen, die ihr eigentlich dabei helfen sollten für ihren Sohn da zu sein, haben sie runtergezogen und ihr genau das nicht ermöglicht.

Aus ihrer Drogenabhängigkeit ist Martina selbst rausgekommen. Sie ist seit knapp fünf Jahren clean. Die Beziehung zu ihrem Sohn versucht sie nun nach und nach zu verbessern, um für ihn jetzt die Mutter zu sein, die sie die letzten zehn Jahre nicht sein konnte.

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