FAMILIE FAMILIE

Alleinerziehend: Wie ist das Leben für Single-Eltern in Deutschland wirklich?

Alleinerziehend: Wie ist das Leben für Single-Eltern in Deutschland wirklich?
Ein erfülltes Freizeitleben? Für viele Single-Eltern ist das so gut wie unmöglich. © dpa, Patrick Pleul

Die Zahl der vollberufstätigen Single-Moms steigt

Eine Statistik, die nachdenklich macht: 45 Prozent der alleinerziehenden Mütter sind voll berufstätig, bei verheirateten Müttern sind es hingegen nur 30 Prozent. Die Zahl der vollberufstätigen Single-Moms steigt in Deutschland täglich. Auf dem Frankfurter Familien Kongress lag der Fokus deshalb vor allem auf der Verbesserung der Lebensumstände für Alleinerziehende.

Nicht nur Mütter, sondern auch alleinerziehende Väter leiden oft unter der Herausforderung Kinder ohne zweiten Elternteil großzuziehen. Zum einen haben Alleinerziehende immer einen steuerlichen Nachteil im Vergleich zu Ehepaaren mit Kindern. Hinzu kommt, dass es Alleinerziehende oft schwer haben einen Beruf zu finden, bei dem sie flexible Arbeitszeiten einfordern können. Das bedeutet wiederum: Entweder kommt das Kind zu kurz oder der Job. Deshalb wissen alleinerziehende Eltern nur zu gut: Organisation ist alles. Doch darunter leidet wiederum die Lebensqualität - ein privates Freizeitleben von Single-Eltern ist manchmal so gut wie gar nicht möglich.

Familienforscherin Veronika Hammer geht sogar noch ein Stück weiter und vergleicht alleinerziehende Eltern mit Managern großer Konzerne. Ein Kind ohne einen Partner großzuziehen heißt nämlich, dass man belastbar, flexibel, krisensicher und vor allem gut vernetzt sein muss. Und wer selbst alleine ein Kind großgezogen hat, der kann das nur bestätigen.

Alleinerziehende sind wie Manger von großen Konzernen

Fakt ist, dass die Anzahl der Einelternfamilien stetig wächst. Eine Bertelsmann-Studie belegt, dass im Zeitraum von 1996 bis 2012 die Anzahl der verheirateten Familien mit minderjährigen Kindern gesunken, die Zahl der alleinerziehenden Elternteile hingegen von 1,3 Millionen auf 1,6 Millionen gestiegen ist. In der Gesellschaft scheint also das Modell der Single-Moms und Single-Dads schon angekommen zu sein. Jetzt müssen Politik und Wirtschaft nachziehen. Und zwar am besten schnell.

Anzeige