Alle sammeln Punkte - aber lohnt sich das auch?

Alle sammeln Punkte - aber lohnt sich das auch?

Drei Karten auf dem Markt

Deutschland sammelt. Seit im Jahr 2000 mit 'Payback' die erste Bonuskarte für Einkäufe eingeführt wurde, geht bei uns Deutschen die Sammelleidenschaft um. Das Prinzip ist immer ähnlich: Anhand einer Kundenkarte lassen sich beim Einkaufen Punkte sammeln, die später in Prämien umgewandelt werden können.

Die Bonuskarten stecken laut Umfragen bereits bei einem Großteil der Haushalte im Portemonnaie. Die Liste der jeweiligen Partner ist lang. So zählt bei der Payback-Karte beispielsweise Aral, die Drogeriekette dm zu den Partnern. 2001 startete 'Happy Digits' mit Partnern wie Karstadt, Quelle, Kaiser's oder Deutsche Telekom.

Seit kurzer Zeit ist mit der 'Deutschlandcard' nun die dritte Karte und damit eine weitere attraktive Variante im Rennen. Die 'Deutschlandcard' wartet mit einer besonders breiten Vielzahl an Partnern auf. Dazu gehören unter anderem die Edeka-Märkte und Marktkauf-Warenhäuser, das Reiseunternehmen L'Tur, die Deutsche Bank sowie das Möbelhaus Porta . Nicht wenige Kunden haben gleich alle drei Karten in der Tasche, um in jeder Situation das eigenen Punktekonto aufstocken zu können.

Wo liegt der Vorteil?

Alle sammeln Punkte - aber lohnt sich das auch?

Wo gibt’s die Karten?

Entweder kann man sich über die Internetseite der Anbieter der Deutschlandcard, Payback oder Happy Diggits anmelden und dort das Anmeldeformular ausfüllen. Oder man fragt an der Kasse der zahlreichen Partnerunternehmen nach den Unterlagen, um sie später bequem zu Hause ausfüllen zu können. Kleiner Vorteil: Im Umschlag, den man vor Ort bekommt, ist eine vorläufige Karte enthalten, die man auch sofort einsetzen kann. Ein paar Tage später erhält man dann eine persönliche Karte nach Hause geschickt.

Worin liegt der Vorteil?

Verbraucher können bei jedem Einkauf Punkte sammeln und in Prämien, Gutscheine oder Bargeld umwandeln. Je nach Anzahl der gesammelten Punkte gibt es dafür etwa Zeitschriften-Abos, Reisegutscheine, DVDs oder Küchenzubehör. Die Punkte können auch an Hilfsorganisationen gespendet werden, zum Beispiel an SOS-Kinderdörfer oder UNICEF. Außerdem bieten die Betreiber Kredit- oder Telefonkarten an und vergeben VIP-Karten für Konzerte.

Der Grundgedanke: Wenn man regelmäßig in einem bestimmten Geschäft einkauft, bekommt man durch die Prämien wieder etwas zurück. Dadurch werden die erworbenen Produkte quasi billiger.

Lohnt sich die Bonuskarte für alle?

Ob sich ein Bonusprogramm wirklich auszahlt, hängt vom individuellen Kaufverhalten ab. Je mehr Sie kaufen, umso mehr Punkte gibt’s. Grundsätzlich aber gilt: Sie zahlen den Preis für gewisse Produkte ja ohnehin, warum also soll man sich dafür nichts wieder geben lassen?

Ein weiterer Vorteil ist die Gültigkeit bei mehreren Unternehmen. Zwar bieten auch andere Firmen Kundenkarten an, mit denen Punkte in Prämien eingelöst werden können. Die Punkte sind aber nur beim Karten ausgebenden Unternehmen etwas Wert.

Für eine Prämie sammeln?

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Sollte man speziell für eine Prämie Punkte sammeln?

Ist man quasi Stammkunde in einem Geschäft und lässt dort viel Geld (Beispiel: Sie kaufen Lebensmittel stets bei Edeka) ist es in der Tat lohnend, sich über die Punkte Geld oder zumindest Wertgegenstände zurück zu holen. Bei Prämien aber ist Vorsicht geboten: Will man sich beispielsweise von gesammelten Punkten einen DVD-Player als Prämie holen, sollten man den Preis der Prämie und den Preis des Geräts in anderen Geschäften vergleichen. Kaufen Sie dort, wo der DVD-Player billiger ist, anstatt blind darauf zu vertrauen, dass man durch die Rabattkarte den größeren Vorteil hat. Haben Sie also Punkte für umgerechnet 50,- Euro gesammelt, den DVD-Player aber gibt’s im Handel schon für 30,- Euro, dann machen Sie nicht das beste Geschäft.

Laut Berechnungen der Stiftung Warentest sind Prämien, die es über Kundenkarten gibt, sind nicht außerordenlich günstiger, als im Laden. Schließlich wollen die Anbieter der Bonusprogramme keine Geschenke verteilen - sie wollen Kunden an sich binden und für ihre Produkte begeisten.

Gibt's auch Nachteile?

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Wo liegen die Nachteile?

Schaut man beim Ausfüllen des Vertrages nicht genau hin, vergisst man oft anzukreuzen, dass man keine Werbung will. Über die Daten der Bonuskarte aber erfahren die Hersteller ihre Vorlieben und senden Ihnen dann entsprechend Werbung zu.

Das Sammel-Prinzip verleitet auch manchmal dazu, mehr zu kaufen, um das eigene Punktekonto weiter zu füllen. So kaufen Sie sozusagen aus Sammelfreude im Supermarkt zum Beispiel viel mehr Gemüse als Sie eigentlich essen können. Manchmal hält die Punktejagd zudem vom Preisvergleich mit der Konkurrenz ab. Wer immer zur gleichen Kette geht, bekommt vielleicht gar nicht mit, dass der Konkurrent gerade den schönsten Ausverkauf hat.

Außerdem müssen Verbraucher darauf achten, dass die Punkte oft nur innerhalb einer gewissen Frist eingelöst werden können. Wer die verpennt, geht leer aus.

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