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Alkoholsucht: Kinder süchtiger Eltern sind besonders gefährdet

6 Alkoholmythen im Check
6 Alkoholmythen im Check Stimmt das? 00:01:04
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Sowohl Gene als auch Umwelteinflüsse spielen eine Rolle

Ob jemand alkoholsüchtig wird oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Sowohl die Gene als auch die Umwelt spielen dabei eine Rolle. Eine schwedische Studie deutet nun darauf hin, dass Kinder süchtiger Eltern ein erhöhtes Risiko haben, auch an Alkoholismus zu erkranken. Ob es sich dabei um leibliche oder Adoptiveltern handelt, macht dabei keinen großen Unterschied.

Die Forscher wollten herausfinden, in welchem Umfang genetische und Umweltfaktoren zur Entstehung von Alkoholismus beitragen. Dafür werteten sie aus acht öffentlichen Datenregistern Angaben zu knapp 300.000 Kindern in Schweden aus, die nicht von beiden leiblichen Eltern aufgezogen wurden: davon waren 18.115 adoptiert, 171.989 Kinder von Alleinerziehenden und 107.696 Kinder wuchsen mit einem Stiefvater oder einer Stiefmutter auf.

Es stellte sich heraus, dass Adoptierte ein um 46 Prozent erhöhtes Risiko hatten, alkoholsüchtig zu werden, wenn ein leibliches Elternteil eine Alkoholerkrankung hatte. Waren die Adoptiveltern süchtig, so war das Risiko um 40 Prozent erhöht.

Doch nicht nur die Alkoholsucht der Eltern hatte einen Einfluss auf spätere Alkoholprobleme der Kinder. So spielten in Familien mit nur einem Elternteil neben Alkoholismus auch Drogenmissbrauch, psychische Erkrankungen und Kriminalität eine Rolle. Bei Familien mit Stiefeltern hatte auch ein frühzeitiger Tod eines Stiefelternteils einen Einfluss auf die Entwicklung einer Alkoholerkrankung bei dem Kind.

Als Fazit leiten die Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen ab, dass eine Eltern-Kind-Übertragung von Alkoholerkrankungen sowohl aus genetischen als auch aus Umweltfaktoren resultiert. Bei den Umweltrisiken spielen sowohl die psychische Verfassung der Eltern als auch andere Aspekte der Erziehung eine Rolle.

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