GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Alkoholsucht: Frauen werden schneller süchtig

Alkoholsucht: Frauen werden schneller süchtig
Alkoholsucht: Frauen werden schneller süchtig © deutsche presse agentur

Ein Drittel der Alkoholiker ist weiblich

Laut einer Studie sind ein Drittel der Alkoholsüchtigen in Deutschland weiblich. Es wird angenommen, dass die Dunkelziffer allerdings noch weitaus höher liegt.

Frauen werden schneller alkoholabhängig und tragen zudem schwerere gesundheitliche Folgen davon und sind schwerer therapierbar als Männer mit Alkoholerkrankungen. Dies liegt vor allem daran, dass Frauen auch erst viel später Hilfe in Anspruch nehmen und Angst haben zu ihrem Problem zu stehen. Nach einem Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesrepublik von 2010 zufolge sind rund 370.000 Frauen süchtig nach Alkohol. Experten vermuten allerdings, dass die Zahl noch weitaus höher liegt, da Frauen seltener in der Öffentlichkeit trinken und die Sucht länger geheim halten können.

Laut dem Bericht sind die zehn- bis 20-Jährigen und die 40- bis 59-Jährigen am häufigsten betroffen. Allerdings wurde auch festgestellt, dass Frauen im Schnitt vier bis fünf Jahre schneller süchtig werden als Männer. Grund dafür ist der höhere Fettanteil im weiblichen Körper, denn Alkohol löst sich nicht im Fettgewebe und so haben Frauen bei der gleichen Trinkmenge und Trinkgeschwindigkeit eine höhere Alkoholkonzentration im Blut als Männer. Aber auch die Genetik spielt oftmals eine große Rolle, denn bis zu 60 Prozent bestimmen die Gene, wie anfällig eine Frau für Alkohol ist oder nicht.

Hinzu kommt, dass Trinken heutzutage in der Gesellschaft anerkannt ist und emanzipierte Frauen mit den männlichen Kollegen auch in diesem Punkt mithalten möchten. Dieser Druck und die Angst nicht allen Anforderungen gerecht zu werden, veranlassen die Frauen den Alkohol als Aufmunterer, Problemlöser oder Einschlafhilfe zu sehen.

Anzeige