Alkoholkonsum in der Ehe: Frauen trinken mehr, Männer weniger

Alkoholkonsum in der Ehe: Frauen trinken mehr, Männer weniger
© scarletus

Die Ehe treibt Frauen in den Alkoholkonsum

"Einer geht noch, einer geht noch rein!" - was für Junggesellen, Singles, Geschiedene und Witwer gilt, zählt offenbar nicht für verheiratete Männer. Denn die trinken in der Ehe weniger als ihre ungebundenen Geschlechtsgenossen. Frauen, die einen Ring am Finger tragen, schauen dagegen öfter ins Glas als Single-Ladys. Ups, müssen wir uns jetzt ein paar Gedanken um die Auswirkungen der Ehe auf unser Trinkverhalten machen?

Von Merle Wuttke

Wer erinnert sich nicht: Sue Ellen, die tragische Figur aus 'Dallas', immer ein Gläschen in der Hand, um ihre Ehe mit J.R und dessen ständige Affären zu ertragen. Gelitten hat man damals mit der Armen, heute kann man sie verstehen. Denn nach der Auswertung mehrerer Studien zum Trinkverhalten verschiedener Gesellschaftsgruppen durch eine Gruppe US-Forscher sollte man sich fragen: Steckt in jeder Ehefrau vielleicht ein kleine Sue Ellen? Denn, so die Wissenschaftler: Ist ein Mann verheiratet, trinkt er in der Regel weniger, standesamtlich gebundene Frauen konsumieren dagegen den einen oder anderen Drink mehr als ungebundene.

Nun haben die meisten Ehefrauen ja zum Glück nicht so ein Ekelpaket wie J.R zu Hause sitzen, das man ohne ein Glas Whiskey einfach nicht aushalten kann, warum also zieht es sie trotzdem hin zum Wein?

Schön trinken muss man sich den Partner nach der Heirat nun eigentlich nicht mehr - oder vielleicht jetzt erst recht?! Etwa, weil dieser sich nach ein paar Jahren Ehe von seiner goldenen Mitte verabschiedet und bäuchlings mehr und mehr einem alternden Gewichtheber gleicht? Oder weil er es nicht länger für nötig hält, die Badezimmertür in Momenten zu schließen, in denen man lieber allein und unbeobachtet sein sollte?

Frauen sind in der Ehe bessere Menschen

Woran man mal wieder sieht, dass Frauen eben die besseren Menschen sind: Weil sie sich im Gegensatz zu anderen in der Ehe nicht gehen lassen, brauchen ihre Ehemänner auch kein fünftes Bier, um den Anblick ihrer Partnerin über Jahre zu ertragen. Und weil man als Vater nicht mehr so oft mit den Kumpels um die Häuser ziehen kann wie früher ("Schatz, denk dran. Morgen früh musst du die Kinder bringen!"), begrenzt sich der Alkoholkonsum automatisch.

Ist doch ungerecht! Frauen haben doch schon genug Baustellen zu bewältigen, nun kümmern sie sich also auch noch um die Leberwerte ihrer Angetrauten. Und das Ende vom Lied? Totale Erschöpfung. Einziger Ausweg: der leckere Sauvignon Blanc aus dem Kühlschrank. Der ist wenigstens immer da, wenn man ihn braucht, und meckert nicht herum, weil man verlangt, dass mal jemand anders die Wäsche aufhängen soll oder dass die Toilette dringend einen Waschgang braucht. Nun ist Alkohol zwar auch keine Lösung, aber wenigstens legal. Prost!

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