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Alkoholikerinnen sterben durchschnittlich mit 60 Jahren

Alkoholismus: 20 Jahre geringere Lebenserwartung

Einer Langzeitstudie zufolge sterben Alkoholabhängige zwanzig Jahre früher als Menschen, die nicht abhängig sind. Besonders Frauen sind gefährdet - verglichen mit der Normalbevölkerung ist die Sterberate von Alkoholikerinnen um das 4,6-fache erhöht. Frauen, die alkoholabhängig sind oder waren, sterben durchschnittlich mit 60 Jahren. Auch eine Therapie erhöht die Lebenserwartung nicht.

Studie: Alkoholikerinnen sterben durchschnittlich mit 60 Jahren
Studie: Alkoholikerinnen sterben durchschnittlich mit 60 Jahren © dpa, Patrick Pleul

In der Studie von Wissenschaftlern aus Lübeck und Greifswald wurden über 14 Jahre hinweg die Gesundheitsdaten von Alkoholabhängigen ausgewertet. Keiner der verstorbenen Alkoholiker hat die durchschnittliche Lebenserwartung von 82 Jahren für Frauen und 77 Jahren für Männer erreicht. Die Sterberate von männlichen Alkoholikerinnen war um das 1,9-fache erhöht, die von Alkoholikerinnen sogar um fast das Fünffache höher.

Frauen reagieren weitaus schneller und stärker als Männer mit Erkrankungen auf Alkoholkonsum. Dies lässt sich unter anderem mit der geringeren Körpermasse von Frauen erklären. Frauen dürfen deutlich weniger Alkohol konsumieren als Männer: Der international anerkannte Richtwert für eine maximale Tagesmenge Alkohol liegt für Frauen bei 12 Gramm (entspricht einem Viertelliter Bier oder einem Achtelliter Wein), für Männer dagegen bei 24 Gramm.

Alkohol: Therapie verlängert Lebenserwartung nicht

Auch eine Alkoholtherapie hat der Studie zufolge keine positive Auswirkung auf die Lebenserwartung: Alkoholabhängige, die in einer Entwöhnungstherapie waren, lebten nicht länger als die, die sich nicht therapieren ließen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig, rund 9,5 Millionen Menschen trinken in gesundheitlich riskanten Mengen.

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