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Alkohol und Migräne: Verzicht verstärkt Schmerz

Migräne
Der Verzicht auf Alkohol kann die Symptome von Migräne verstärken. © Alliance - Fotolia, Ihar Ulashchyk

Alkohol und Migräne: Auf Migräne-Auslöser nicht ganz verzichten

Ein Gläschen Wein am Abend oder ein Glas Sekt zum Anstoßen: Viele Migräne-Patienten verzichten bewusst darauf, denn Alkohol ist ein bekannter Auslöser von Migräne-Attacken.

Doch dieser Verzicht ist möglicherweise ein großer Irrtum. Neue Studien hätten gezeigt, dass das Vermeiden von Migräne-Auslösern die Symptome sogar verstärke, erklärte Kopfschmerz-Experte Peter Kropp auf dem Deutschen Schmerzkongress. Der Kopf könne an die Migräne-Auslöser gewöhnt werden. Löst zum Beispiel Rotwein die Migräne aus, sollten Patienten ab und an ruhig ein Glas trinken. Gut helfe auch stark verdünnter Wein oder Weinschorle mit Mineralwasser.

Ursache und Wirkung be Migräne-Attacken

Der Experte räumte auch gleich mit weiteren Irrtümern auf: Bis zu 70 Prozent der Migräne-Patienten berichten, dass sie vor einer Migräne-Attacke Heißhunger auf Schokolade und Süßigkeiten haben. Deshalb werden Schokolade und Süßes immer wieder als Auslöser genannt. Doch auch das ist laut einer neuen Studie Irrtum. Der Heißhunger auf Süßigkeiten sei lediglich ein Signal für den bevorstehenden Anfall, da das Hirn Energie für die kommende Attacke benötige, erklärte Kropp.

Auch Streit in der Partnerschaft wird zu Unrecht als Verursacher verdächtigt. Da vor einer Attacke häufig Gereiztheit, Nervosität und Müdigkeit auftreten, vermuten Wissenschaftler, das Migräne-Patienten kurz vor dem Anfall Äußerungen des anderen zu sehr auf die Goldwaage legt.

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