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Alkohol in der Schwangerschaft schadet dem Kind

In der Schwangerschaft sollten Frauen keinen Alkohol trinken.
Werdende Mütter sollten in der Schwangerschaft auf Alkohol verzichten. © dpa, Felix Heyder

In der Schwangerschaft Alkohol zu trinken, ist Missbrauch im Mutterleib

Schwanger und Alkohol trinken – ja und? Von wegen! Alkohol schädigt das Gehirn von Ungeborenen dauerhaft. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft gilt sogar als die häufigste Ursache für körperliche und geistige Schäden bei Kindern.

Nach Schätzungen kommen in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schäden zur Welt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ruft deshalb immer wieder zu absolutem Alkoholverzicht für Schwangere auf. Nach ihrer Einschätzung haben werdende Eltern oft völlig falsche Vorstellungen über die Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft.

Bereits in kleinsten Dosen kann Alkohol schlimme Schäden anrichten. Das ungeborene Kind nimmt ihn über die Nabelschnur auf und kann ihn nicht selbst abbauen. Nervenzellen werden geschädigt, das wachsende Gehirn bei der Entwicklung gestört. Alkoholgeschädigte Kinder leiden im besten Fall nur unter Schlafstörungen, aber auch eine verzögerte geistige Entwicklung, verminderte Intelligenz, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen sowie der Verlust der Impulskontrolle können die Folge sein. Kinderarzt Prof. Hans Ludwig Spohr, Initiator einer Tagung, bei der es um embryonale und fetale Alkoholstörungen geht, findet drastische Worte: "Ein Vollrausch zur falschen Zeit kann zwischen Hauptschule und Gymnasium entscheiden", erklärte er gegenüber dem Spiegel. Und: "Wenn bestimmte Strukturen im Gehirn zerstört sind, kommt da nichts mehr Gescheites heraus."

"Nach aktuellen wissenschaftlichen Studien trinken mindestens zwischen 12 und 15 Prozent der Frauen während ihrer Schwangerschaft ein- oder mehrmals im Monat Alkohol. Da es keine Grenze gibt, unterhalb welcher der Alkoholkonsum bedenkenlos empfohlen werden kann, gilt während der Schwangerschaft uneingeschränkt ein absoluter Alkoholverzicht", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA.

Alkohol in der Schwangerschaft: Selbst kleinste Mengen sind schädlich

Vielleicht stellen auch Sie sich die folgenden Fragen?

Reicht es nicht aus, den Alkohokonsum zu reduzieren? Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber besser ist es, ganz zu verzichten.

Ich habe aber doch in der ersten Schwangerschaft auch hin und wieder Alkohol getrunken und das Kind ist völlig gesund. Also ist das okay, oder? Nicht alle Kinder werden gleichermaßen negativ betroffen. Auch Ungeborene reagieren auf schädigende Einflüsse sehr unterschiedlich. Dass Ihr Kind gesund geboren wurde, ist keine Garantie, dass bei Ihrem nächsten Kind auch nichts passiert.

Ein Glas Wein ist doch eigentlich ganz gesund, oder? Es macht keinen Unterschied, ob Sie Bier, Wein oder Schnaps trinken. Das Kind wird über die Nabelschnur auch mit dem Alkohol versorgt und hat dann schnell denselben Blutalkoholwert wie Sie. Da die Leber aber noch nicht richtig entwickelt ist, baut das Kind den Alkohol viel langsamer ab und bleibt länger alkoholisiert.

Aber ein Glas Wein pro Woche…? Es gibt absolut keine exakte Grenze, ab welcher Menge der Alkohol dem Ungeborenen schadet. Bei einem Achtel Wein in der Woche ist die Gefahr einer Schädigung Ihres Kindes zwar gering, aber nicht völlig ausgeschlossen. Es gibt keinen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ohne Risiko. Um ganz sicher zu sein, besser komplett auf Alkohol verzichten!

Ist Alkohol nicht nur in den ersten Wochen der Schwangerschaft schädlich? Das ist nicht richtig! Im gesamten Schwangerschaftsverlauf kann es zu Entwicklungsschäden kommen. In den letzten Monaten entwickelt sich z.B. das Gehirn sehr stark. Seine Entwicklung kann dann behindert werden. Diese Behinderung hat Ihr Kind ein Leben lang!

Ich möchte schwanger werden. Soll ich meinen Alkoholkonsum jetzt schon reduzieren? Ganz klar: Ja! Die Schädigungen durch Alkohol sind in der Frühphase der Schwangerschaft besonders groß. Daher ist es am besten, schon vor der Schwangerschaft möglichst ganz auf Alkohol zu verzichten.

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