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Alkohol in der Schwangerschaft prägt das Kindergesicht

Alkohol in der Schwangerschaft prägt das Kindergesicht
Wer schwanger ist, sollte gänzlich auf Alkohol verzichten. © dpa, Maurizio Gambarini

Schmaler Mund und kleine Augen sind Zeichen von Alkohol in der Schwangerschaft

"Nur ein kleines Glas Wein", "Das eine Bier schadet doch nicht" und "So ein Sekt ist gut für den Kreislauf" – alles Sprüche, die schwangere Mütter in den Wind schießen sollten. Bereits geringe Mengen Alkohol sind Gift für die Ungeborenen. Und jede kleine Alkohol-Sünde kann später am Gesicht der Kinder abgelesen werden.

Alkohol ist ein zerstörerisches Zellgift. Es kann selbst bei einmaligem Genuss dem Baby schaden. Trinkt eine Mutter während der Schwangerschaft häufig Alkohol, können sich Organe eines Kindes nicht richtig entwickeln und es wird mit einer Behinderung geboren, dem sogenannten Fetalen Alkoholsyndrom (FAS).

Am Gesicht kann man diese Behinderung später erkennen, so Reinhold Feldmann von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster zu 'Welt.de'. Aber FAS tritt nicht nur bei Kindern von Alkoholikerinnen auf.

Auch in alkoholfreiem Bier ist Alkohol enthalten

Zu erkennen ist das Fetale Alkoholsyndrom an kleineren Augen und einer schmalen Oberlippe. Die Haare sind sehr dünn und die Finger der alkoholgeschädigten Kinder sind häufig verkürzt und eingekrümmt. Nase und Mund haben bei diesen Kindern einen kleineren Abstand. Auffällig ist auch, dass die Ohren nicht auf der Höhe der Augen liegen, sondern viel tiefer.

Wenn Kinder mit dieser Schädigung geboren werden, weisen sie ein viel niedrigeres Geburtsgewicht auf und bleiben auch ihr Leben lang zierlicher und kleiner als gesund geborene Kinder. Oft liegt der Intelligenzquotient von FAS-Kindern so niedrig, dass sie als lernbehindert eingestuft werden.

Auch wer auf alkoholfreie Getränke vertraut, muss vorsichtig sein. In alkoholfreiem Bier und Sekt können sich geringe Mengen Alkohol verstecken. Diese müssen erst ab einem Volumenprozent von 0,5 auf der Verpackung auf Alkohol hinweisen. Alkoholhaltige Pralinen sind allerdings in Maßen auch für Schwangere erlaubt. Der Alkoholgehalt ist so gering, dass sie einem ungeborenen Kind nicht schaden.

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