Albinismus: Drei weiße Kinder für schwarze Brasilianerin

Dunkelhäutige Eltern, weiße Kinder - das gibt Probleme

Als die Krankenschwestern Rosemere Fernanda de Andrade nach der Geburt ihr erstes Baby in den Arm legten, dachte sie: Das kann nur eine Verwechslung sein! Rosemere und ihr Mann sind dunkelhäutig, aber das Baby, Ruth, war weiß - mit blonden Haaren und blauen Augen. Ein Schock für die Brasilianerin.

Albinismus: Drei weiße Kinder für schwarze Brasilianerin.
Drei der fünf Kinder von Rosemere haben Albinismus: Estefani (12), Joao (10), Kauan (9) und Ruth (14). Die fünfjährige Rebeca ist nicht auf dem Foto. © Bulls | Barcroft Media, Laurentiu Garofeanu / Barcroft U

Die Ärzte erklärten der jungen Frau, dass das Kind sein Aussehen einem Gendefekt verdankt: Albinismus. Davon Betroffene können keine Pigmente bilden. Das betrifft Haut, Haare, aber auch die Pupillen. In Europa beträgt die Wahrscheinlichkeit von Albinismus 1 zu 20.000. Wie sich zeigte, ist das Risiko bei der Brasilianerin extrem ausgeprägt, denn von ihren fünf Kindern sind drei weiß. Die Ärzte gehen bei ihr und ihrem Mann von einer 1-zu-4-Chance für Albinismus bei den Nachkommen aus.

Rosamere hatte vor allem anfangs etliche Probleme wegen der weißen Hautfarbe ihrer Kinder: Nach dem Besuch eines Einkaufszentrums wurde sie einmal von der Security festgehalten, die ihr nicht glauben wollte, dass sie die Mutter der Kinder war. Die Nachbarn in einem armen Vorort von Recife schauten Rosemere zunächst von oben herab an. Ihr Verdacht: Rosemere war fremdgegangen und hatte das Kind von einem Weißen.

Diese Probleme sind mittlerweile Vergangenheit, andere sind aber höchst gegenwärtig. So muss Rosemere darauf achten, dass die Kinder immer langärmlig bekleidet ins Freie gehen und sich alle zwei Stunden mit einem Sunblocker eincremen. Auf die tropische Sonne Brasiliens reagiert die Haut der Kinder sofort mit Sonnenbrand bis hin zur Blasenbildung.

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