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Akupunktur bei Kinderwunsch und Schwangerschaft: Wie hilft eine Heilprakterin?

Svea Vollbrecht bereitet die Akupunktur für ihre schwangere Patientin Angie vor.
Heilpraktikerin Svea Vollbrecht bereitet ihre schwangere Patientin Angie auf die Akupunktur vor. © RTL / Alexandra Hinske

Akupunktur und Ernährungsberatung bei Schwangeren

Vielen Paaren, die keine Kinder bekommen können, kann eine Heilpraktikerin Hilfe sein und auch Schwangeren hilft die Behandlung bei diversen Problemen. Wir haben die Heilpraktikerin Svea Vollbrecht getroffen und uns von ihr erklären lassen, was genau helfen könnte.

Von Alexandra Hinske

Um einen ersten Eindruck von dem energetischen Zustand ihres Patienten zu erhalten, beschränkt Svea Vollbrecht die erste Sitzung meist nicht nur auf das Gespräch, sondern macht auch eine Fußreflexzonenmassage und schaut sich den Puls sowie die Lunge an. Beim zweiten Treffen bespricht Svea Vollbrecht mit ihren Patienten dann die Behandlungsmöglichkeiten, bevor praktische Therapien angewandt werden. Dabei greift sie nicht auf Therapien mit chemischen Mitteln zurück wie es die meisten Ärzte machen, sondern arbeitet auf energetischer Ebene beispielsweise mit der Akupunktur: Denn Heilpraktikern geht es bei jeder Behandlung in erster Linie darum, die Struktur (das Gleichgewicht der Organe) nach den fünf Wandlungsreichen zu stärken und somit entsprechend den Körper zu unterstützen.

Bei Schwangeren beschränkt sich Svea Vollbrecht ausschließlich auf Akupunktur und Ernährungsberatung und richtet sich ausschließlich nach einer sogenannten Schwangerschaftsscheibe. Dort wird je nach Datum der Empfängnis und dem jeweiligen Zyklus, in dem sich die Schwangere gerade befindet, das dazugehörige Element bestimmt. Dieses Element bestimmt die Punkte der Energielinien, die bei der werdenden Mutter während der Akupunktur stimuliert werden. Die Schwangerschaftsscheibe dient als Hilfestellung, um nicht unnötig in den Kreislauf der Schwangeren und des Kindes einzugreifen. Während einer Schwangerschaft werden automatisch beide behandelt - sowohl Mutter wie auch das Kind. Sollte die Mutter über Beschwerden wie Übelkeit oder Rückenschmerzen klagen, geben die fünf Wandlungsreiche Aufschluss darüber, welches Organ dafür verantwortlich sein könnte. Lassen die Symptome auch nach der Akupunktur oder Ernährungsumstellung nicht nach, rät Svea Vollbrecht den werdenden Müttern zu strikter Bettruhe und gegebenenfalls auch zum Arztbesuch. "Wenn ich bei einem Patienten merke, dass ich ihm nicht weiterhelfen kann und der Gang zum Arzt unerlässlich ist, sage ich das auch - nicht nur bei Schwangeren."

Grundsätzlich soll die heilpraktische Behandlung von Schwangeren die Mutter und somit auch das Baby stärken, um unter anderem eine Fehlgeburt zu vermeiden. "Schwangere Frauen, die bereits ein Kind verloren haben, nehmen häufig die Dienste von Heilpraktikern in Anspruch", erklärt Svea Vollbrecht. "Ich versuche dann auch, ihnen die Angst vor einer erneuten Fehlgeburt zu nehmen. Sonst kann das Baby nicht gestärkt werden."

Svea Vollbrecht: "Die Behandlung hängt vom jeweiligen Fall ab"

Während Svea Vollbrecht sich bei Schwangeren auf Akupunktur und die 5-Elemente-Ernährung beschränkt, kommen bei Paaren mit Kinderwunsch auch taoistische Bauchmassagen in Frage. Ob nur eine Behandlungsstrategie angewandt wird oder sogar alle, hängt dabei vom jeweiligen Fall ab. Eine Ernährungsumstellung kann dabei schon viel bewirken, da viele kalte Speisen - besonders zum Frühstück - den Körper beispielweise schwächen und ebenfalls ein Grund für eine ausbleibende Schwangerschaft sein können. "Nach der traditionellen chinesischen Medizin müssten wir jeden Morgen warm essen. Manche alte Chinesen frühstücken sogar zweimal warm", erklärt die 33-Jährige. Wichtig ist ihr bei Kinderwunsch-Patienten, dass die Paare gemeinsam zu den Terminen erscheinen - egal, welche Diagnose ein Arzt vielleicht schon gestellt hat. Nach ihrer Erfahrung kann den Paaren nämlich oft auch schon ein einfaches Gespräch weiterhelfen: "Bei den Paaren mit Kinderwunsch, wo man keinen ersichtlichen Grund sieht, warum sie nicht schwanger werden, stellt sich häufig schon in den ersten Behandlungen raus: Ich hab da irgendwo Ängste, ich trau mir das nicht zu, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein. [...] In dem Moment, wo man darüber spricht und diesen Problemen Aufmerksamkeit schenkt, löst sich das ganz häufig." Nur selten lägen die Gründe tiefer.

Je nach Art der Therapie dauert eine Behandlung in der Regel 30 bis 60 Minuten und kostet - wie bei den meisten Heilpraktikern - einen Euro pro Stunde. Zu einer 90-minütigen Sitzung, die häufig einen günstigeren Minutensatz hat, kommt es in der Regel nur beim ersten Treffen.

Für die Kosten der Behandlung bei einem Heilpraktiker müssen gesetzlich versicherte Patienten in der Regel selbst aufkommen, es sei denn, sie leiden unter chronischen Schmerzen wie beispielsweise Rücken- oder Gelenksschmerzen. Viele gesetzliche Krankenkassen bieten mittlerweile aber Zusatzversicherungen an, die zumindest einen Teil der Kosten abdecken. Bei privaten Kassen kommen auf die Patienten meistens keine zusätzlichen Zahlungen hinzu.

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