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Aids in Deutschland: So viele HIV-Infizierte wie nie

Aids ist in Deutschland und Osteuropa ein großes Problem.
Aids ist in Russland ein gewaltiges Problem. Mehr als eine Million Menschen trägt das Virus in sich. © dpa, Said Tcarnaev

73.000 Deutsche tragen das Virus in sich

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Auch wenn es in den vergangenen Jahren viele gute Nachrichten über Behandlungsmethoden gab, bleibt die Krankheit ein großes Problem. Vor allem in Osteuropa wächst die Zahl der HIV-Infektionen - und zwar weltweit am schnellsten. Das geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Welt-Aids-Tag hervor.

2010 lebten in Osteuropa und Zentralasien den Schätzungen zufolge rund 1,5 Millionen HIV-Infizierte - ein Zuwachs von 250 Prozent seit 2001.

Subsahara-Afrika bleibt aber in absoluten Zahlen Schwerpunkt der HIV-Epidemie: Rund 68 Prozent der Infizierten weltweit leben dort, nämlich 22,9 Millionen. Gerade dort aber bekommen immer mehr Menschen Medikamente, die das Virus unter Kontrolle halten. Osteuropas Behandlungsrate bleibt dagegen gering.

Doch auch in Deutschland dürfen Aids und HIV nicht aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. Rund 73.000 Menschen leben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland mit HIV - so viele wie nie zuvor. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist nach Schätzungen des RKI in diesem Jahr auf 2.700 (3.000 in 2010) gesunken.

Aufgrund neuer Therapien können viele HIV-positive Menschen besser und länger leben, viele von ihnen leiden jedoch unter Begleiterkrankungen der Infektion und Nebenwirkungen der Medikamente. Hinzu kommen häufig finanzielle Probleme aufgrund des Arbeitsplatzverlustes und Diskriminierungserfahrungen.

Die Deutsche Aids-Stiftung warnte davor, Aids-Risiken angesichts sinkender Neuinfektionszahlen zu verharmlosen. "Das könnte wie eine Beruhigungspille wirken", sagte der Geschäftsführer des Stiftungsvorstands, Ulrich Heide.

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