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Ärztliche Behandlungsfehler: In 1.845 Fällen hatten Patienten Anspruch auf Entschädigung

Ärztepfusch: Diese Rechte haben Patienten
Ärztepfusch: Diese Rechte haben Patienten Tausende fehlerhafte Behandlungen pro Jahr 00:04:15
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Besonders häufig gibt es nach Gelenkbehandlungen Ärger

Wer zum Arzt geht, der hofft auf Besserung. Etwa 715 Millionen Behandlungsfälle gab es im vergangenen Jahr insgesamt - und natürlich sind manchem Arzt auch Fehler unterlaufen. Die Bundesärztekammer hat jetzt eine Statistik zu den im Jahr 2016 vorgefallenen Behandlungsfehlern vorgestellt. Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen trafen demnach bundesweit 7.639 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern - gut 400 mehr als im Vorjahr. 

Besonders häufig gab es bei Knie- und Hüftgelenkarthrosen sowie Unterschenkel- und Sprunggelenkbrüchen Beschwerden von Patienten über ärztliche Behandlungsfehler. Von den 7.639 untersuchten Fällen entpuppten sich 2.245 Fälle (Vorjahr 2.132) tatsächlich als Behandlungsfehler oder aber es hat eine mangelnde Risikoaufklärung vorgelegen. In 1.845 Fällen habe dies zu einem Gesundheitsschaden geführt, der dann zu einem Anspruch des Patienten auf Entschädigung führte, teilte die Ärztekammer mit und verwies auf die ständig steigende Zahl an Behandlungsfällen.

Im ambulanten Bereich habe sie demnach zwischen 2004 und 2015 um 160 Millionen auf mittlerweile 696 Millionen zugenommen. In Krankenhäusern habe sich die Zahl im gleichen Zeitraum um mehr als 2,5 Millionen auf fast 19,8 Millionen Fälle erhöht. "Gemessen daran liegt die Zahl der festgestellten Fehler im Promillebereich", sagt Dr. Andreas Crusius, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer. "Wir wollen nichts bagatellisieren. Hinter jedem Fehler können schwere menschliche Schicksale stehen. Wir müssen die Risiken in der Medizin aber richtig einordnen, um Patienten nicht unnötig zu verunsichern", so Crusius.

Was sollten Sie bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler tun?

Wenn Sie aber das Gefühl haben, medizinisch nicht korrekt behandelt zu werden, sollten Sie - falls möglich - Ihre Verletzungen dokumentieren. Halten Sie deren Entwicklung auf Bildern fest, damit Sie später Beweise für Ihre Vorwürfe haben. Außerdem haben Sie als Patient das Recht, Ihre Krankenakte einzusehen und sich diese kopieren zu lassen.

Wenn ein Fehler passiert ist, können sich Patienten an die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern wenden. Dort sind hochqualifizierte Fachgutachter tätig, die gemeinsam mit Juristen prüfen, ob ein Behandlungsfehlervorwurf gerechtfertigt ist oder nicht. Es genügt ein formloser Antrag. Das Gutachten sowie die abschließende Bewertung sind für Patienten kostenfrei.

Wenden Sie sich am besten auch an Ihre Krankenkasse, denn die ist dazu verpflichtet, Sie bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler zu unterstützen. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, erkennt in der Regel die Versicherung des Arztes das Gutachten an und zahlt ein entsprechendes Schmerzensgeld.

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