Adoption: Keine Kinder für Vegetarier

Adoption: Keine Kinder für Vegetarier
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Vegetarier-Paar darf kein Kind adoptieren!

Skandal-Entscheidung in Griechenland: Eine Behörde auf Kreta untersagte einem Paar, ein Kind zu adoptieren, weil es sich vegetarisch ernährt. Die Beamten hatten Angst, das Kind könne bei den Eltern nicht ausgewogen ernährt werden. Nun liegt der Fall vor Gericht.

Wie der österreichische Onlinedienst 'Der Standard’ berichtet, darf ein Paar in Griechenland kein Kind adoptieren weil beide Vegetarier sind. Denn es bestehe Grund zur Sorge, das Kind könne nicht ausgewogen ernährt werden. Mit dieser Begründung untersagte die zuständige Behörde auf Kreta den Vegetariern eine Adoption. Dies teilte der Leiter des Sozialamtes in der Inselhauptstadt Heraklion mit.

"Wir haben die medizinische Fakultät der Universität von Kreta konsultiert, und diese sagte uns, dass zum Ernährungsplan von Kindern Fleisch und Fisch gehört", sagte Epitropakis. "Wir wollen niemanden diskriminieren, aber wir mussten das prüfen. Jetzt liegt der Fall bei den Justizbehörden." Das Paar wird vor Gericht gegen diese Entscheidung kämpfen. Der Fall soll am 16. März verhandelt werden.

Selbst die Mediziner, auf den sich die Adoptionsbehörde beruft, kritisierte die Ablehnung. Wenn Vegetarier einem Kind nicht ihre eigene Ernährungsweise aufzwängen, sehe er keine Probleme, sagte der Forscher Antonis Kafatos. Fleisch sei dabei nicht das Wichtigste, fügte er hinzu. Fisch und Milchprodukte dagegen gehören unbedingt auf den Speiseplan von Kindern.

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