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ADHS: Konzentration ist nicht angeboren - so wird sie erlernt

ADHS: Konzentration muss erlernt werden
ADHS: Konzentration können Kinder erlernen. © picture-alliance/ ZB, Waltraud Grubitzsch

ADHS erschwert die Konzentration

Um Dinge erlernen zu können, müssen Kinder aufmerksam sein. Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, ist allerdings nicht angeboren. Kinder lernen Konzentration erst nach und nach und müssen sie immer wieder üben. Ihre Aufgabe als Eltern ist es, die Aufmerksamkeit und das Interesse Ihres Kindes zu wecken, um die Konzentration zu fördern und ADHS entgegenzuwirken.

Lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihres Kindes auf eine bestimmte Aktivität. Animieren Sie es dazu, mit Ihnen gemeinsam etwas zu tun. Gemeinsame Aktivitäten machen Kindern Spaß. Spielen Sie zusammen mit Ihrem Kind ein Spiel, lesen Sie ihm Geschichten vor, malen Sie mit ihm, machen Sie ein Puzzle mit ihm oder ein Memory.

Wichtig ist, dass sich Ihre Aufmerksamkeit und die Ihres Kindes auf eine Sache richtet. Ist das Interesse Ihres Kindes erst einmal geweckt, lernt Ihr Kind, dass etwas Spannendes passiert, dass sich die Mühe lohnt, sich mit dieser Sache auseinanderzusetzen. Die Belohnung ist Spaß.

Der anfänglichen Aufmerksamkeit, die Ihr Kind einer Sache geschenkt hat, folgt eine positive Emotion. Spielend wird so der Lernprozess in Gang gebracht: Ihr Kind ist voll dabei, es lernt, dass es etwas erfährt, dass es etwas (zurück-)bekommt. Ihr Kind bleibt bei der Sache, es lernt Konzentration. Umgekehrt schlussfolgert es, dass es etwas verpasst, wenn es unaufmerksam ist.

Bleiben Sie selbst bei der Sache

Beobachten Sie bei der Aktivität Ihr eigenes Verhalten – denn Sie sind ein Vorbild! Checken Sie während des Spiels mit Ihrem Kind nicht nebenbei noch Mails oder SMS.

Konzentrieren Sie sich selbst ganz auf das, was Sie und Ihr Kind tun. Denn nur, wenn Ihr Kind Ihr Interesse (lat. inter esse = dabei sein) beobachten kann, merkt es, dass das, womit Sie sich beide gerade beschäftigen, wichtig ist.

Darüber hinaus spürt Ihr Kind auch die Aufmerksamkeit, die Sie ihm entgegenbringen: Es merkt, dass es Ihnen wichtig ist. So wird auch sein Selbstvertrauen gestärkt und der Belohnungseffekt verdoppelt sich.

Fazit: Kinder, die gelernt haben, dass sich aus ihrem Interesse für eine Sache ein gutes Gefühl entwickelt, sind aufmerksamer. Ihnen fällt es leichter, sich auch über einen längeren Zeitraum auf eine Sache zu konzentrieren.

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