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ADHS bei Teenagern: Richtig umgehen mit ADHS bei Jugendlichen

Teenagern mit ADHS fällt es schwer, die vielen Eindrücke und Gefühle zu verarbeiten und zu filtern.
Teenagern mit ADHS fällt es schwer, die vielen Eindrücke und Gefühle zu verarbeiten und zu filtern.

ADHS: Teenager haben verstärkte Stress-Symptome

Wenn Kinder mit ADHS in die Pubertät kommen, ist Stress angesagt. Denn die typischen Symptome wie Trotz, Unsicherheit, Aggressivität und Selbstzweifel potenzieren sich bei ADHS-Patienten meist um ein Vielfaches. Was können Eltern und Betroffene tun, wenn Teenager ADHS haben?

Die Pubertät ist für alle Jugendlichen eine schwierige Zeit. Der Körper verändert sich, die Gefühle fahren Achterbahn und die ganze Welt scheint sich gegen einen verschworen zu haben. Ganz zu schweigen davon, dass kein Mensch versteht, was in einem vorgeht. Daraus resultieren Unsicherheit und Selbstzweifel, aber auch Aggressivität und Trotz. Bei Teenagern mit ADHS sind diese Symptome um ein vielfaches verstärkt.

Etwa zwei bis sechs Prozent aller sechs bis 18-Jährigen leiden an ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom). Die Pubertät ist für Kinder und Jugendliche mit ADHS besonders hart, weil sie die auf sie einprasselnden Veränderungen genauso deutlich wahrnehmen wie ihre Altersgenossen, sie jedoch weniger gut in der Lage sind, mit diesen Veränderungen umzugehen.

Kinder und Jugendliche mit ADHS leiden unter leichter Erregbarkeit, Unruhe, Ungeduld und Zerstreutheit. Sie lassen sich leicht und schnell ablenken, weswegen es ihnen schwer fällt, Dinge zu einem Ende zu führen. Angst und Unsicherheit, die für Teenager typisch sind, können bei ADHS-Patienten schnell in einer Depression enden. Teenager mit ADHS sind auch anfälliger für Alkohol und andere bewusstseinsverändernde Drogen. Auch illegale oder kriminelle Handlungen üben oft einen magischen Sog auf ADHS-Patienten aus, da sie die anhaltende Spannung daran reizt.

Teenager mit ADHS brauchen Struktur

Wichtig für Teenager mit ADHS ist ein klar strukturierter Tagesplan, an dem sie sich orientieren und entlanghangeln können. Auch Sport kann dabei helfen, überschüssige Energie abzubauen und zu lernen, Regeln einzuhalten und sich in ein Team einzufügen. Denn alle ADHS-Patienten leiden unter Konzentrationsstörungen, Störungen im Wahrnehmen, im Abspeichern oder in der Verarbeitung von Informationen.

Den Kindern und Jugendlichen selbst können folgende Tipps dabei helfen, Ihren Alltag zu strukturieren:

- Entwickle einen Plan, wann was getan werden muss: Schule/Arbeit, Hausarbeit, Sportverein usw.

- Scheu dich nicht, nachzufragen, wenn du etwas vergessen oder nicht verstanden hast!

- Mache dir eine "Liste der lästigen Pflichten" für jeden einzelnen Tag. Da kannst du alles eintragen, was getan werden muss und in welcher Reihenfolge du es tun möchtest.

- Geh immer Schritt für Schritt vor! Du kannst dich auch mit etwas Schönem für kleine Erfolge belohnen.

- Schaffe dir einen Ruhe- oder Rückzugsraum, wo du ungestört deine Aufgaben erledigen kannst und dich nichts ablenkt.

- Leg dir ein Notizbuch zu, in das du alle Vereinbarungen, Termine, Pflichten und Telefonnummern eintrage kannst. Oder mach dies über die Erinnerungsfunktion deines Handys oder PCs.

Um die Symptome des ADS/ADHS zu behandeln, hat sich die so genannte multimodale Therapie bewährt. Die Betroffenen erhalten eine Verhaltenstherapie, bei der neue Strukturen erlernt und bestimmte Grenzen aufgezeigt werden sollen. Treten begleitende Symptome wie Angstzustände, Depressionen oder eine eventuelle Drogenabhängigkeit beziehungsweise eine Abhängigkeit auf, wird darüberhinaus eine psychische Therapie notwendig.

Familie, Lehrer, Erzieher, auch diese Personen werden bei der Behandlung einbezogen. Es gibt Elternseminare, Fortbildungen oder Selbsthilfegruppen, die zur Aufklärung beitragen Neben der mentalen Behandlung findet meist gleichzeitig auch eine medikamentöse Behandlung statt.

Auch wenn die typischen ADHS-Symptome vorrangig nachteilig für die Jugendlichen sind, so bieten diese Fähigkeiten auch Chancen, die genutzt werden sollten. So sind Menschen mit ADHS in der Regel besonders empathisch und nehmen viele Dinge und Faktoren in der Umgebung wahr. Das prädestiniert sie für soziale Tätigkeiten und Berufe.

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