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ADHS bei Kindern: Wirklich ADHS oder nur auffällig?

19.09.12 13:53
ADHS ADS Zappelphilip-Syndrom
Bildquelle: iStockphoto
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ADHS bei Kindern - so erkennt man es

Den 'Zappelphilipp' gibt es nicht erst seit gestern, aber zurzeit scheinen zappelige Kinder wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Schnell wird die Diagnose ADHS bei Kindern gestellt. Bei einem auffälligen Kind sollten Sie jedoch zunächst einmal nach den Gründen für sein Verhalten forschen. Dabei braucht Ihr Kind besonders viel Zuwendung. Denn Ursachen für ein Zappelphilipp-Verhalten gibt es viele.

Wenn Ihr Kind nicht still sitzen kann, schlecht schläft, sich aggressiv verhält, unaufmerksam oder impulsiv ist, muss es nicht ADHS haben. Wenn es sich nicht 'normal‘ benimmt, könnte es auch daran liegen, dass etwas Ihr Kind bedrückt oder ihm Angst macht. Vielleicht hat es Probleme mit Mitschülern, Lehrern, Trainern oder fühlt sich überfordert. Oder es langweilt sich. Vielleicht ist der Terminplan zu voll und Ihr Kind hat zu wenige Erholungsphasen, in denen es Gelerntes und Erlebtes verarbeiten kann.

ADHS - bitte keine vorschnelle Diagnose!

Tippen Sie daher nicht vorschnell auf ADHS und lassen Sie sich nicht von Lehrern oder Erziehern verunsichern. Unterhalten Sie sich erst einmal mit Ihrem Kind und versuchen Sie, Gründe für sein Verhalten zu erkennen. Eine zuverlässige ADHS-Diagnose kann ohnehin nur ein Psychologe stellen. Was Kinder in einer solchen unruhigen Phase brauchen, ist vor allem Zuwendung und Geduld. Finden Sie heraus, was Ihr Kind zu seinen Verhaltensauffälligkeiten bringt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Hat es seelische Beschwerden?

1. Angst: Hat Ihr Kind Angst? Gab oder gibt es vielleicht eine beängstigende Situation im Umfeld Ihres Kindes? Wird es von anderen Schülern gemobbt oder bedroht? Hat es Albträume?

2. Trauer: Ist Ihr Kind traurig? Gab oder gibt es Streit in der Familie, unter Freunden, in der Schule? Ist jemand gestorben?

3. Eifersucht: Ist Ihr Kind eifersüchtig? Fühlt es sich benachteiligt, etwa durch ein Geschwisterkind?

Beobachten Sie Ihr Kind bei seinen Aufgaben und Gewohnheiten.

1. Bewegungsmangel: Bewegt sich Ihr Kind zu wenig? Schaut es zu viel Fernsehen, Sitzt es lange vor dem Computer oder in seinem Zimmer? Bewegungsmangel führt unweigerlich zu Zappeligkeit.

2. Koffein: Trinkt es (zu viel) Cola und ist es durch das Koffein aufgekratzt und hibbelig?

3. Süßigkeiten: Isst Ihr Kind viel Süßes? Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels führen zu mangelnder Konzentrationsfähigkeit und Zappeligkeit.

4. Nährstoffmangel: Ernährt sich Ihr Kind ungesund? Dann fehlen ihm vielleicht wichtige Nährstoffe für seine Entwicklung.

5. Schlafmangel: Geht Ihr Kind zu spät ins Bett? Zu wenig Schlaf beeinflusst die Konzentration.

6. Überforderung: Ist Ihr Kind mit den Aufgaben in der Schule oder auch bei Freizeitaktivitäten überfordert?

7. Langeweile: Ist Ihr Kind unterfordert? Langweilt es sich?

8. Lernschwäche: Hat Ihr Kind eine Lernschwäche und gerät deshalb unter Leistungsdruck und ist nervös?

Auch wenn es dauern kann, bis Ihr Kind Ihnen erzählt, was es bedrückt – bleiben Sie geduldig und zeigen Sie Ihrem Kind, dass es Ihnen vertrauen kann. Reden hilft meistens und wenn Sie dann versuchen, an einer belastenden Situation etwas zu ändern, hat wahrscheinlich auch die Zappelei bald ein Ende. Seien Sie konsequent und ändern Sie zu volle Terminpläne oder streichen Sie Aktivitäten, an denen Ihr Kind keinen Spaß hat. Sorgen Sie für eine Struktur im Alltag und stellen Sie klare Regeln auf. Das gibt Ihrem Kind Sicherheit.

Warten Sie jedoch nicht zu lange damit, einen Fachmann aufzusuchen, wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht weiterkommen und Ihrem Kind nicht helfen können.

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