ADAC Taxi-Test 2014: Häufige Mängel bei Taxifahrten

ADAC Taxi-Test 2014: Häufige Mängel bei Taxifahrten
ADAC Taxi-Test 2014: So fährt es sich in Deutschland mit dem Taxi. © dpa, Roland Weihrauch

So fährt es sich mit dem Taxi in deutschen Städten

Umwege, unvollständige Quittungen und manchmal sogar mit Vollgas über rote Ampeln - Taxi fahren kann ein Abenteuer sein. Was ist gut und woran hapert es - der ADAC hat es getestet.

Taxikunden können in deutschen Städten in den allermeisten Fällen beruhigt einsteigen: Sie bekommen meist guten Service. Der ADAC schickte für eine Stichprobe seine Tester in acht deutschen Städten - darunter Berlin, Dresden, Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München - auf die Straße und stellte nach 160 Fahrten fest: In der Gesamtbewertung waren ein Viertel aller Fahrten sehr gut, mehr als der Hälfte gut. 17 Mal gab es ausreichend, 21 Fahrten fielen mit mangelhaft und sehr mangelhaft durch.

Im Großen und Ganzen also ein gutes Ergebnis für die Zunft der Taxi-Fahrer. Doch oftmals gab es auch größere Mängel, das belegt ein Extrembeispiel: Bei einer Fahrt in Frankfurt am Main kannte sich der Fahrer nicht aus, sprach schlecht deutsch, machte einen großen Umweg, überfuhr rote Ampeln und gab zu guter Letzt noch zu wenig Wechselgeld zurück. Ebenso fehlten Hinweise auf Fahrerlaubnis und Tarifübersicht.

Der ADAC empfahl nach der Auswertung der Stichprobe eine Vereinheitlichung der Taxiordnungen und transparente Tarifsysteme. Der Automobil-Club beurteilte Fahrer, Fahrzeug und Routenwahl. In den Test-Orten wurden jeweils fünf fest definierte Routen innerhalb der Stadt geprüft. Jede der Routen wurde von zwei Testern einmal nachts und einmal tagsüber befahren. Es gab also 20 Fahrten pro Stadt.

Allein in München sind allerdings 3.400 Taxen zugelassen, davon dürften mindestens 2.000 pro Tag auf den Straßen unterwegs sein. Die Münchner Taxi-Genossenschaft schätzt, dass es täglich mindestens 25.000 Fahrten gibt. Bei der geringen Zahl der vom ADAC getesteten Fahrten sei das Ergebnis leicht beeinflussbar, sagte Vorstand Frank Kuhle. "Ein einzelner Ausrutscher kann die Statistik schon erheblich beeinflussen." Er habe dennoch Verständnis, dass der ADAC keinen noch größeren Aufwand betreibe. "Wir sind froh, dass eine unabhängige Stelle - also nicht aus dem Taxigewerbe - sich des Themas annimmt."

Zurückhaltend äußerte sich Kuhle zu der Empfehlung des ADAC, Taxiordnungen zu vereinheitlichen. Es gebe regionale Besonderheiten. "Bei einer Vereinheitlichung der Taxivorschriften müsste man vermutlich einen Mindeststandard wählen, der gegebenenfalls zu einer Verringerung der Qualität im örtlichen Taxigewerbe führen kann." Der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes, Michael Müller, sagte, der Verband nehme solche Tests sehr ernst. "Auch wenn es nur Stichproben aus acht Städten sind, die nicht unbedingt repräsentativ sind - natürlich hat sich jeder von uns auch schon mal über schlechten Service geärgert, das ist nicht nur im Taxi so."

Das sind die häufigsten Mängel im Taxi-Test 2014:

• Quittung nicht vollständig ausgefüllt: 87,8

• Kein Hinweis auf Anschnallpflicht: 71,2

• Fahrerausweis nicht vorhanden: 69,9

• Tarifübersicht nicht sichtbar angebracht: 63,5

• Zahlung mit Kreditkarte nicht möglich: 43,6

• Keine Sehenswürdigkeiten genannt: 23,1

• Firmenadresse nicht angebracht: 21,2

• Fahrer hält sich nicht an die Verkehrsregeln: 17,3

(Angaben in Prozent)

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