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Acht Monate voller Angst: Familie bangt um herzkrankes Baby

Monatelanger Alptraum bringt Familie in den Ausnahmezustand

Familie Kamprath hat einen Alptraum durchlebt und es gibt wohl kaum eine Familie, die in diesem Jahr so lange vor Angst kaum schlafen konnte , die so lange um das Leben ihres Kindes bangen musste, wie die Familie des kleinen Lasse. Acht Monate lang wussten sie nicht, ob Lasses kaputtes Herz wieder richtig schlagen wird. Acht Monate voller Verzweiflung.

Acht Monate voller Angst: Familie bangt um herzkrankes Baby

Sechs Kinder haben sie bereits, bei ihnen ging alles gut. Doch mit Lasses Geburt hat sich über Nacht das ganze Leben verändert. Denn Lasse kommt mit einem Herzfehler zur Welt: eine kaputte Herzscheidewand und defekte Arterien lassen seine Überlebenschancen sinken. Für die Eltern eine schlimme Zeit:

Dr. Ines Konzag hat die Familie betreut: „Lasse gehört zu den Patienten die einen komplexen Herzfehler haben, sodass schon in der ersten Lebenswoche eine Operation durchgeführt werden musste.“ Über Monate sind die Eltern deswegen täglich im Krankenhaus, Wolfgang verliert sogar seine Arbeit als Gerüstbauer. Nur mit finanzieller Unterstützung der Großeltern kommt die Familie über die Runden. Aber all das wird nebensächlich, wenn man ums eigene Kind fürchten muss. Rebecka Kamprath darf ihr Baby nicht einmal anfassen, weil das Baby wegen der Medikamente große Schmerzen hat. „Das zehrt an den Nerven, man kann ja nichts machen und kann eigentlich nur hoffen, dass es bald vorbei ist.“, sagt Wolfgang Kamprath.

Es herrscht immer noch Ausnahmezustand

Die Großmutter kümmert sich in dieser Zeit um die restlichen Kinder, während Wolfgang und Rebecka am Krankenbett wachen. Vor sechs Wochen dann, wird Lasse in einer zehnstündigen OP gerettet.

Doch noch immer lebt die Großfamilie im Ausnahmezustand und wird in der Kindernachsorgeklinik Berlin Brandenburg therapeutisch betreut. Die letzten acht Monate waren psychisch nicht leicht zu verkraften. Bei unserm Besuch weinen die Geschwister um ihren Bruder: „Was, wenn er es nicht geschafft hätte?“ Acht Monate voller Erschöpfung, acht Monate in denen man trotzdem irgendwie als Familie funktionieren muss. Jetzt ist Lasse auf einem guten Weg. Bei seinen Eltern müssen die Narben erst noch abheilen.

Die Kampraths vermissen die kleinen Dinge aus ihrem Alltag, Weihnachtsrituale wie Plätzchen backen mit der Großmutter. In diesem Jahr ist es anders gekommen. Dabei wünscht sich die Familie endlich wieder Normalität.

Familie Kamprath ist sicher nur eine von vielen Familien, die in diesem Jahr einen Schicksalsschlag erlebt haben. Aber sie haben das ganze Jahr gekämpft, und so viele Monate in Sorge gelebt, dass es ganz besonders ist, wie sie als Familie zusammengehalten haben. Vor einigen Wochen noch kaum vorstellbar - sie können endlich wieder lachen.

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