GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Abtreibungsverbot in Chile: Schockierende Kampagne gegen das Gesetz

Bei YouTube gibt es zahlreiche Tutorials und Do-It-Yourself Videos zu den verschiedensten Themen. Die meisten beschäftigen sich mit Schminken, Haushaltstipps oder sonstigen Tricks, die das Leben leichter machen sollen. Schockierend sind dagegen die Abtreibungsanleitungen aus Chile, die sich grade im Netz wie ein Lauffeuer verbreiten.

Im Video sieht man junge Frauen, die eine detaillierte 'Anleitung' geben, wie man einen Unfall inszeniert, der einen Schwangerschaftsabbruch zur Folge hat. Eine der Frauen erklärt etwa, dass man bei einem Stiletto den Absatz ein klein wenig ansägen soll, so dass man umknickt und mit dem Bauch gegen einen Hydranten fällt. Eine andere fällt 'unglücklich' die Treppe herunter oder wirft sich vor ein Auto.

Zum Glück sind diese Anleitungen jedoch nicht echt, sondern Teil einer Kampagne gegen das chilenische Abtreibungsverbot. Chile ist eines von sieben Ländern weltweit, in denen eine Abtreibung strikt verboten ist. Bei uns in Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche legal, nachdem sich die Frauen einer Beratung unterzogen haben. In gesonderten Fällen ist eine Abtreibung auch nach der zwölften Schwangerschaftswoche möglich. So jedoch nicht in Chile.

Hinter der Kampagne der Schock-Videos steckt die gemeinnützige Organisation 'Miles Chile', die sich gegen das Abtreibungsgesetz einsetzt. Sie wagt ein beunruhigendes Gedankenexperiment: Was wäre, wenn es Anleitungen dazu gäbe, wie Frauen einen Schwangerschaftsabbruch durch einen Unfall provozieren können? "In Chile sind unbeabsichtigte Abtreibungen die einzige Art, abzutreiben, die nicht als Verbrechen gilt", heißt es am Ende der Videos. Das Ergebnis ist erschreckend, jedoch nicht völlig unrealistisch.

Viele Frauen werden durch die Gesetzeslage in Chile in eine aussichtslose Situation gebracht. Und Verzweiflung bringt Menschen oft dazu, furchtbare Dinge zu tun.

Anzeige