Abtreibung verweigert: Frau nach Vergewaltigung zum Kaiserschnitt gezwungen

Nach einer Vergewaltigung muss sie das Kind ihres Peinigers zur Welt bringen.
Eine junge Frau wird nach einer Vergewaltigung zum Kaiserschnitt gezwungen

Sie durfte nicht abtreiben, aber musste zum Kaiserschnitt

In Irland ist eine suizidgefährdete Frau per richterlichem Beschluss zu einem Kaiserschnitt in der 25. Woche gezwungen worden. Wie der 'Guardian' berichtet, wurde die Frau nach einer Vergewaltigung schwanger und versuchte seither, das Kind ihres Peinigers abtreiben zu lassen. Der Staat jedoch untersagte der Frau eine Abtreibung.

Das zu Jahresbeginn in Kraft getretene Abtreibungsgesetz Irlands steht in heftiger Kritik. Danach ist der Abbruch einer Schwangerschaft nur legal, wenn das Leben der Mutter durch die Austragung des Kindes gefährdet ist. Das gilt auch dann, wenn die Frau suizidgefährdet ist.

Die junge Frau, deren Name nicht bekannt ist, wurde als Minderjährige vergewaltigt. Als sie acht Wochen später feststellt, dass sie schwanger ist, bittet sie um eine Abtreibung. Laut Medienberichten regten sich Behörden und Krankenhäuser jedoch wochenlang nicht und hielten der Frau weitere Informationen über die gesetzliche Ausnahmeregelung vor – bis die Frau schließlich im zweiten Trimester und der Fötus lebensfähig war.

Laut 'taz' wurde die Frau im Verlauf dieser Wochen immer depressiver. Im Krankenhaus erklärte man ihr dann, dass eine Abtreibung in diesem Stadium der Schwangerschaft nicht mehr möglich sei. In ihrer Not trat die Frau daraufhin in einen Hungerstreik.

Zwei Psychiater und eine Geburtshelferin untersuchten die Frau und stellten einstimmig ihre Suizidgefährdung fest. Trotzdem ordnen die Richter keine Abtreibung, sondern einen Kaiserschnitt an. Woraufhin das Baby geholt wurde und sich nun in der Obhut der Behörden befindet.

Irisches Abtreibungsgesetz in der Kritik

Von 1983 bis 2013 galten in Irland das Leben von Mutter und Ungeborenem als gleichwertig, was zur Folge hatte, dass Abtreibungen illegal waren. Erst 2013 stimmte das Parlament in Dublin einem Gesetzesentwurf zu, der im erzkatholischen Irland unter bestimmten Voraussetzungen eine Abtreibung möglich macht.

Dieser Fall ist nun eine der ersten Proben, auf die das Abtreibungsgesetz gestellt wurde. Den Behörden wird nun vorgeworfen, die Gesetzesänderung durch Verschleppungstaktik zu unterlaufen, da die Frau wochenlang keine Beratung erhielt.

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