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Abtreibung: Schwedische Politiker fordern Veto-Recht für Männer

Abtreibung: Ist das wirklich nur Frauensache?
Abtreibung: Ist das wirklich nur Frauensache? Schweden fordern Mitspracherecht für Männer 00:01:38
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Zu einer Schwangerschaft gehören zwei - zur Abtreibung auch?

Die Entscheidung einer Schwangeren, ein Kind nicht zur Welt zu bringen, ist schwierig und bisher vor allem Frauensache. Jetzt sorgt eine Idee schwedischer Politiker für Diskussionen: sie fordern mehr Mitspracherechte für Männer.

Wenn der Mann das Kind nicht will, soll er von allen Rechten und Pflichten zurücktreten können - es muss also keinen Unterhalt zahlen, darf das Kind aber auch nicht sehen. Ist das unfair oder Gleichberechtigung? Bisher muss die Frau dem Mann laut Gesetz nicht einmal erzählen, wenn sie abtreibt.

"Aus unserer Sicht gibt es ein Recht auf Information des Mannes. Es gibt das Recht auf Anhörung, dass ein Mann einbezogen ist in die Entscheidung und dass er sich zumindest artikulieren kann, welche Beiträge er selbst zu leisten bereit wäre", sagt Markus Theunert, Präsident Schweizer Männer- und Väterorganisation.

Viele Männer begrüßen den Vorstoß

Schwedische Jungliberale gehen noch weiter. Sie meinen, dass sich Männer bis zur 18. Schwangerschaftswoche gegen das Kind entscheiden können sollten. Das heißt konkret: kein Sorgerecht, kein Umgangsrecht, aber: Der Vater müsste auch nicht fürs Kind zahlen. Alleine gelassen mit der finanziellen Bürde, so Kritiker, könnten sich Frauen dann eher für eine Abtreibung entscheiden. Viele Männer aber begrüßen den Vorstoß.

Andere Stimmen fordern sogar ein Veto-Recht für Männer - nämlich auch dann, wenn ein Mann das Kind will, die werdende Mutter aber nicht. Experten raten Paaren, offen miteinander über die Entscheidung zu sprechen. Schaden kann das jedenfalls wohl nie.

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