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Abstillen: Wie abstillen am besten funktioniert

Diese 4 Tipps helfen beim Abstillen
Diese 4 Tipps helfen beim Abstillen Stillen 00:00:47
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Abstillen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Stillen ist eine sehr intime und wunderschöne Art, sein Baby zu ernähren. Doch irgendwann ist die Stillzeit vorbei und das Baby wechselt zu anderer Nahrung. Wie lang man stillt, ist dabei von Baby zu Baby und von Mutter zu Mutter unterschiedlich. Dann muss abgestillt werden. Aber wie funktioniert abstillen eigentlich richtig?

Die Gründe sind vielfältig. Es kann sein, dass das Baby selbst nicht mehr gestillt werden mag, mehr Hunger hat und die Brust nur noch als Zusatzkost möchte. Es kann auch andere zwingende Gründe geben, das Kind an andere Nahrung zu gewöhnen als die Muttermilch. So kann zum Beispiel die berufliche Situation das Abstillen. Auch ernsthafte Erkrankungen und Medikamenteneinnahme können der Grund für die Entscheidung sein, die Stillzeit zu beenden.

Der richtige Zeitpunkt für das Abstillen

Einen 'richtigen' Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht. Zwar rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Nationale Stillkommission, ein Baby mindestens sechs Monate voll zu stillen und es dann langsam an Gemüse- und Obstbrei zu gewöhnen, doch ist letztendlich das Gefühl der Mutter und des Babys entscheidend. Keine Frau sollte sich rechtfertigen müssen, wenn sie sich entscheidet mit dem Stillen aufzuhören.

Langzeitstillen, ist das normal?

Wer in Deutschland länger als ein halbes Jahr sein Baby stillt, wird schnell schräg beäugt. Menschen hierzulande finden das Stillen von Kleinkindern "nicht normal". Wichtig für Mütter und Kinder ist es jedoch, ganz alleine aus dem Bauch zu entscheiden und sich unabhängig von dummen Kommentaren und gut gemeinten Ratschlägen zu machen. Sogar medizinische Gründe sprechen für ein langes Stillen. Das Brust- und Eierstockkrebsrisiko nimmt mit der Dauer des Stillens immer mehr ab. Auch das Osteoporose-Risiko sinkt durch langes Stillen. Studien haben bewiesen, dass Kinder, die länger als sechs Monate gestillt wurden, später weniger an Diabetes und an Mittelohrentzündungen leiden. Es gibt also viele Argumente, mit dem Abstillen auch länger als sechs Monate zu warten.

Abstillen: Wann, wie und was macht man bei Problemen?

Abstillen - eine traurige Angelegenheit?

Müttern fällt der Abschied vom Stillen nicht immer leicht. Manchmal empfinden sie diesen Abschied sogar als traurig. Das ist normal und nicht merkwürdig. Immerhin haben Mutter und Kind diese Art des einzigartigen Miteinanders stark verbunden. Nur allein durch die Mutter konnte das Kind existieren - ein unbeschreibliches Gefühl, das durch das Abstillen beendet wird. Wenn es klar ist, dass kein weiteres Kind kommen wird, oder die Stillbeziehung unfreiwillig beendet wird, kann der erste Schritt des Babys in die Unabhängigkeit ein schwerer Prozess werden. Das, was Mütter jetzt gar nicht hören wollen, sind Vorwürfe, oder Ratschläge, wie lang man stillen sollte oder Tipps, wie sie es hätten besser machen können.

Natürliches Abstillen

Die einfachste Art abzustillen: Hier entscheidet das Kind, wann der Zeitpunkt des Abstillens gekommen ist. Es stillt sich sozusagen selbst ab. Das kann nach fünf Monaten sein oder nach drei Jahren. Es verliert immer mehr die Lust und die Milchproduktion wird sich nach der sinkenden Nachfrage richten und langsam zurückgehen. Meist dauert das natürliche Abstillen einige Wochen.

Sanftes Abstillen

Ähnlich wie beim natürlichen Abstillen wird das Kind langsam an immer weniger ‘Brust‘ gewöhnt. Nur bestimmt hier nicht das Kind, sondern die Mutter die Länge der Stillzeit und somit den Zeitpunkt für das Abstillen. Je mehr Zeit Sie sich geben, desto unkomplizierter wird es sein, bis das Kind ganz entwöhnt ist. Genauso wie beim natürlichen Abstillen wird die Milchproduktion langsam reduziert. Überschüssige Milch wird vom Körper resorbiert und der Verdauungstrakt des Kindes kann sich ganz allmählich auf die neue Nahrung umstellen.

Beim sanften Abstillen ist es am einfachsten, die Mittags- oder Nachmittag-Mahlzeit langsam durch Beikost zu ersetzen. Ist das Baby noch klein, hat es genügend Zeit, die neue Nahrung zu verdauen und wird nicht durch Blähungen in der Nacht wachgehalten. Wenn Sie über mehrere Wochen hinweg das Baby an EINE neue Mahlzeit gewöhnen, ist der Weg frei, weitere Mahlzeiten zu ersetzen. Hat sich das Baby daran gewöhnt, kann die Mutter frei entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, ganz auf das Stillen zu verzichten.

Schnelles Abstillen

Wenn abrupt abgestillt werden muss, sind Nebenwirkungen meist unvermeidlich. Doch gibt es immer wieder zwingende Gründe, die ein schnelles oder sofortiges Abstillen notwendig machen. Milchstau und Brustentzündung erschweren das abrupte Abstillen noch zusätzlich. Hier brauchen Mütter kompetente Hilfe in Form einer Hebamme.

Auch für das Baby ist schnelles Abstillen schwierig, von heute auf morgen diese neue Situation auszuhalten. Jetzt braucht es besonders viel Zuwendung und Körperkontakt. Vielleicht kann der Vater beim Füttern unterstützen oder Freiraum schaffe, damit sich die Mutter dem verunsicherten Baby widmen kann.

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Abstillen: Probleme und Hilfsmittel

Hilfsmittel Medikament

Es gibt auch Medikamente, die beim Abstillen helfen. Sie verhindern die Bildung des Stillhormons Prolaktin und damit die Milchbildung. In den USA sind diese Mittel schon verboten worden, da sie als umstritten gelten und bei vielen Frauen starke Kreislaufbeschwerden verursacht haben.

Es gibt jedoch auch homöopathische- und Naturheilmittel, die beim Abstillen helfen. Mittel mit dem Wirkstoff der Kermesbeere (Phytolacca decandra) verringern zum Beispiel die Milchbildung. Auch Pfefferminz- und Salbeitee leisten gute Arbeit beim Abstillen und werden von Hebammen oft empfohlen.

Probleme beim Abstillen: Milchstau und Brustentzündung

Besonders wenn schnell abgestillt wird, sind Probleme wie Milchstau und Brustentzündungen möglich. Enge BHs unterstützen während der Zeit des Abstillens. Vorbeugend können Sie mit Kühlkompressen aus der Apotheke die Brust kühlen. Auch Quarkkompressen können bei einer gestauten und entzündeten Brust wahre Wunder bewirken. Massagen helfen, Milchstaus zu verhindern. Ist der Druck zu groß, hilft es sich hinzuknien und die Brust langsam nach unten auszustreichen, so kann etwas Milch abfließen. Wenn gar nichts mehr hilft und die Milch zu sehr drückt, lieber ein bisschen abpumpen. Aber nicht zu viel, denn pumpt man die Brust leer, wird ordentlich nachproduziert.

Schmerzt die Brust zu sehr oder bekommt die Mutter gar Fieber, muss sofort der Arzt aufgesucht werden. Um einem Milchstau vorzubeugen, kann man auch nach dem Abstillen des Kindes weiter Milch abpumpen - allmählich immer weniger. Diese Milch sollte aber nicht mehr verwendet werden.

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