Abnehmen mit der Blutgruppendiät: Wie sinnvoll ist das Ernährungskonzept?

Wie sinnvoll ist die Blutgruppendiät
Wie sinnvoll ist es, sich abhängig von seiner Blutgruppe zu ernähren? © Tomo Jesenicnik - Fotolia, Unspecified

Was steckt hinter der Blutgruppendiät?

Welche Infos stecken in unserer Blutgruppe? Laut dem Amerikaner Peter D’Adamo eine ganze Menge – und zwar vor allem in Bezug auf unsere Ernährung. Der Naturheilkundler entwickelte die sogenannte Blutgruppendiät. Was hinter diesem Ernährungskonzept steckt und wie sinnvoll es wirklich ist, erfahren Sie hier.

1996 erschien das Buch „Vier Blutgruppen - Vier Strategien für ein gesundes Leben“ (Originaltitel: „Eat Right 4 Your Type“). Es wurde in insgesamt 50 Sprachen übersetzt und weltweit über sieben Millionen Mal verkauft. Darin präsentiert der amerikanische Naturheilkundler Peter J. D’Adamo seine neu entwickelte Ernährungsstrategie, die Blutgruppendiät. Seine grundlegende Idee dahinter: Je nachdem welche der vier Blutgruppen (0, A, B, AB) ein Mensch besitzt, müsse er sich entsprechend ernähren und auf manche Lebensmittel verzichten.

Mit seinem ungewöhnlichen Konzept eckt D’Adamo an vielen ernährungswissenschaftlichen Instanzen an. Wir haben uns gefragt: Wie genau sieht ein Ernährungsplan nach der Blutgruppendiät aus?

Das Prinzip einer Ernährung nach Blutgruppe

Die Blutgruppendiät basiert auf der Annahme, dass sich unsere vier Blutgruppen im Laufe der Jahrtausende mit der Ernährungsumstellung entwickelt haben. So besaßen Jäger und Sammler die Blutgruppe 0. Auf sie folgten unsere sesshaften Vorfahren: die Landwirte. Mit ihnen entstand laut D’Adamo die Blutgruppe A. Die eurasischen Nomadenvölker hingegen ernährten sich vornehmlich von Milch und Fleisch ihrer Nutztiere und hatten Blutgruppe B. Die Blutgruppe AB sei darauf zurückzuführen, dass sich die beiden Völker der Nomaden und Landwirte vermischten.

Auf dieser Entwicklung fußend, sollten wir uns je nach Blutgruppe an der Ernährungsweise unserer Vorfahren orientieren. Denn D’Adamo zufolge reagiert unser Körper je nach Blutgruppe unterschiedlich auf bestimmte Eiweiße. Nehmen wir zu viel von den „falschen“ Eiweißen zu uns, verklumpen unsere Blutzellen. In der Folge arbeitet unser Stoffwechsel langsamer und wir nehmen zu.

Speisepläne laut Blutgruppendiät

Blutgruppe 0

Wer Blutgruppe 0 besitzt soll laut D’Adamo auf Hülsenfrüchte, Weizen und Getreide verzichten – das gehörte schließlich auch nicht zur Ernährung des Steinzeitmenschen. Gleiches gilt für Milchprodukte. Stattdessen solle man sich auf tierische Eiweiße sowie Obst und Gemüse konzentrieren.

Blutgruppe A

Folgt man der Blutgruppendiät, sollte man sich mit Blutgruppe A hauptsächlich vegetarisch ernähren, da Träger dieser Blutgruppe angeblich einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt besitzen. Fisch gehöre hier nur selten auf den Speiseplan.

Blutgruppe B

Träger dieser Blutgruppe vertragen laut D’Adamos Obst, Gemüse, Milch sowie verschiedene Fleisch- und Getreidesorten, da dies zur damaligen Ernährung der Nomaden gehörte. Auf Geflügel, Schalentiere sowie Weizen- und Roggenprodukte sollte man jedoch verzichten.

Blutgruppe AB

Wer die Blutgruppe AB besitzt, gehört zum Mischtyp. Dieser verträgt laut Blutgruppendiät Eier, Milchprodukte sowie Getreide und soll generell auf eine vegetarische Ernährung achten. Schweinefleisch ist tabu.

Aus den Speiseplänen wird deutlich, dass eine ausgewogene Ernährung nicht bei allen Blutgruppen garantiert ist. Denn wer beispielsweise Blutgruppe 0 besitzt, darf laut dieser Diätform keine Milch- und Getreideprodukte zu sich nehmen.

Diät-Check: Die Trennkost-Diät
Diät-Check: Die Trennkost-Diät Abnehmen 00:01:38
00:00 | 00:01:38

Gesünder leben dank der Blutgruppendiät?

Als Entwickler der Blutgruppendiät wirbt Peter D’Adamo damit, seine Ernährungsform führe nicht nur dazu, dass man sein ideales Körpergewicht erreicht. Sie soll außerdem helfen, Krankheiten zu vermeiden oder in manchen Fällen sogar heilen. Ob das tatsächlich der Fall ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.

Fest steht, dass es sehr schwer ist, die Blutgruppendiät sozial verträglich einzuhalten. Restaurantbesuche sind nahezu unmöglich, es sei denn, man ist bereit, die Nerven des Kellners mit seinen Extrawünschen dermaßen zu strapazieren, dass es garantiert der letzte Besuch in diesem Restaurant wird. Gemeinsam kochen fällt in vielen Fällen ebenfalls weg, da meist Träger unterschiedlicher Blutgruppen an einem Tisch sitzen.

Kritik an der Blutgruppendiät

Die Blutgruppendiät spaltet die Riege der Ernährungsexperten. Die meisten unter ihnen sprechen sich jedoch klar gegen dieses Ernährungskonzept aus. Ihnen allen voran: die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). In einer Presseinformation schreibt sie: „Es existieren keine wissenschaftlichen Beweise für die behaupteten gesundheitlichen Nutzen von Blutgruppendiäten.“ Auch eine systematische Suche nach belegtem Nutzen bliebt erfolglos, so die DGE. Die beworbenen gesundheitlichen Effekte seien somit „reine Theorie und wissenschaftlich nicht bewiesen“.

Wie vielen Diätformen ist also tendenziell auch der Blutgruppendiät eine ausgeglichene, gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung vorzuziehen, um eine Mangelernährung zu vermeiden und erfolgreich abnehmen zu können.

Anzeige