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Abnehmen: Frühstücken hilft nicht beim Gewichtsverlust

Mit diesen Lebensmitteln nehmen Sie ab
Mit diesen Lebensmitteln nehmen Sie ab Prof. Froböse klärt auf 00:01:49
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Effekt des täglichen Frühstücks überbewertet

Kennen Sie auch die Empfehlung: Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler? Viele Menschen sind mit dieser Weisheit aufgewachsen. Nicht zu frühstücken gilt nach wie vor als ungesund. Außerdem wird der Verzicht aufs Frühstück mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht in Verbindung gebracht. Die Begründung: Wer morgens nichts isst, hat vormittags oder mittags einen umso größeren Hunger und isst folglich mehr. Neuere Studien scheinen aber nun zu belegen: Ob Sie frühstücken oder nicht hat keinen Einfluss auf das Gewicht.

Die Empfehlung, nach dem Aufstehen etwas zu essen, stützt sich darauf, dass die Glykogenspeicher des Körpers am Morgen leer sind. Über Nacht ist unser Körper mit der Verdauung und Regeneration beschäftigt, für die Energie benötigt wird.

Bislang ging man davon aus, dass das Frühstück den Stoffwechsel anheizt, dadurch Heißhungerattacken vorbeugt und somit langfristig beim Abnehmen hilft. Den Zusammenhang zwischen Frühstück und Gewichtsverlust haben Forscher der University of Alabama in Birmingham Nutrition Obesity Research Center im Jahr 2014 untersucht. Im Rahmen der Studie wurden 300 Probanden in drei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sollte jeden Tag frühstücken, die zweite nicht und die dritte Gruppe sollte ihr gewohntes Essverhalten – entweder zu frühstücken oder eben nicht - beibehalten. Das Ergebnis: Es hat keinen positiven Effekt auf das Gewicht, wenn man frühstückt. Der Gewichtsverlust war in allen drei Gruppen gleich (gering): Kein einziger Proband hat mehr als ein Pfund abgenommen. “Zum Thema Fettleibigkeit und Abnehmen kursieren noch immer Gerüchte, die niemals wissenschaftlich bewiesen wurden. Eines dieser Gerüchte ist die angebliche Wichtigkeit des Frühstückens besonders für Übergewichtige, was sich in unseren Tests nicht bestätigen ließ“, sagt David Allison, Leiter der Studie.

Was hingegen stimmt: Wer morgens ausgiebig frühstückt, hat in den darauffolgenden Stunden weniger Hunger. Wichtig ist außerdem: Es kommt auch darauf an, was und wie viel man morgens isst. Wer morgens Pfannkuchen mit Sirup oder Toast mit Wurst isst, hat ein höheres Risiko für Übergewicht als jemand, der morgens Müsli mit Obst und Joghurt isst. Bei der ersten Variante ist nicht nur der Kaloriengehalt höher; der niedrige Ballaststoffgehalt sorgt dafür, dass Sie bald wieder Hunger bekommen. Die Ballaststoffe im Müsli quellen auf, füllen den Magen und machen langanhaltend satt. Zudem steigt der Insulinspiegel nur langsam an, was Heißhungerattacken vorbeugt.

Wer morgens hungrig ist und gern frühstückt, ist mit einer Mischung aus Eiweiß und Kohlenhydraten, angereichert mit Obst, gut bedient. Wer morgens einfach keinen Hunger hat, muss nichts essen. Und für alle, die nur eine Kleinigkeit zu sich nehmen wollen oder können, eignet sich beispielsweise ein Eiweißshake mit Früchten. Der liefert schnelle Energie, macht satt und kurbelt Kreislauf und Stoffwechsel an.

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