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Abnehmen durch Implantat: Chip setzt ein Sättigungshormon frei

Abnehmen durch Implantat?
Stark Übergewichtigen könnte vielleicht bald eine kleine, eingepflanzte Kapsel beim Abnehmen helfen. © Lsantilli - Fotolia

Das Gen-Implantat überwacht die Blutfettwerte

Abnehmen durch Implantat? Was futuristisch anmutet, könnte bald Realität werden. Stark Übergewichtigen könnte vielleicht bald eine kleine, eingepflanzte Kapsel beim Abnehmen helfen: Schweizer Forscher haben einen implantierbaren Genschaltkreis entwickelt, der übergewichtigen Menschen helfen soll, Gewicht zu verlieren, indem er ein Sättigungshormon freisetzt. Das berichten sie im Fachmagazin 'Nature Communications'.

Die Menschheit hat ein Gewichtsproblem, und das nicht nur in den Industrienationen: In vielen Industrieländern ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO bereits über die Hälfte der Menschen übergewichtig, jeder dritte stark. Aber auch die Schwellen- und Entwicklungsländer holen in dieser Hinsicht immer weiter auf.

Gensensor im Blut sorgt für Sättigungsgefühl

Die Forschungsgruppe von ETH-Professor Martin Fussenegger vom Departement Biosysteme in Basel hat nun ein Frühwarnsystem und eine Therapie in einem entwickelt. Die Biotechnologen konstruierten einen genetischen Regelkreis, der Blutfettwerte überwachen soll. Als Reaktion auf überhöhte Werte produziert er einen Botenstoff, der dem Körper Sättigung signalisiert. Fettleibige Mäuse mit dieser Kapsel im Bauch aßen dadurch von allein weniger und nahmen deutlich ab. Inwieweit diese Methode auch beim Menschen eingesetzt werden kann, muss noch getestet werden. Die Forscher sind aber durchaus zuversichtlich, wie sie schreiben.

Wäre die Methode einsetzbar, würde sie eine Alternative zu chirurgischen Eingriffen wie Fettabsaugen oder einem Magenband darstellen.

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