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Ab wann hat man Fieber und wann ist es erhöhte Temperatur?

7 Tipps gegen Fieber
7 Tipps gegen Fieber So drücken Sie die Temperatur 00:01:17
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Hitzeschübe sind Fluch und Segen für den Organismus

Schweiß tropft, die Stirn scheint zu glühen und das Thermometer steigt immer weiter: Fieber ist nicht nur extrem unangenehm, sondern häufig auch gefährlich. Ab einer bestimmten Körpertemperatur ist Vorsicht geboten - vor allem bei Kindern und alten Menschen.

Warum entwickeln wir überhaupt Fieberschübe und was bewirkt die Hitze im Körperinneren? Mit diesen Fieber-Informationen überstehen Sie die Grippewelle unbeschadet.

Welche Messmethode ist besonders präzise?

Im Ohr? Unter der Zunge? Im Po? - Wo sollte das Thermometer denn nun angesetzt werden? Laut 'Apotheken Umschau' liefert die rektale Messung (im Po) mit einem digitalen Thermometer die zuverlässigsten Messergebnisse. Geräte für Messungen im Ohr oder an der Stirn sind nicht nur schwieriger zu bedienen (unbedingt beim Kauf vom Apotheker vorführen lassen), sie zeigen dem Apothekenmagazin zufolge auch oft Ergebnisse, die etwa 0,5 Grad unter der wahren Körpertemperatur liegen.

Was passiert bei welcher Temperatur?

36,5 Grad: Normale Körpertemperatur - das Gehirn reguliert pausenlos unsere Temperatur, damit wir in unserer Lebenswelt einwandfrei funktionieren. Dabei kommt es zu völlig normalen Schwankungen um 0,4 Grad Celsius. Ist ja auch eine komplizierte Angelegenheit, die Körpertemperatur stabil zu halten: Im Sommer brauchen wir Schutz vor Überhitzung, im Winter vor Unterkühlung.

Ab 37,5 Grad: Erhöhte Temperatur - das körpereigene Immunsystem hat durch die Ausschüttung sogenannter Pyrogene eine Temperaturerhöhung veranlasst, um Eindringlingen wie Bakterien und Viren ordentlich Dampf zu machen. Häufig ist die Ursache eine Infektion. Krankheitserreger werden bei einer höheren Körpertemperatur effektiver bekämpft, weil die Abwehrreaktionen des Immunsystems schneller ablaufen. Für den Organismus ist die leicht erhöhte Temperatur daher nicht gefährlich, sondern eher nützlich. Übrigens: Auch beim Sport steigt die Körpertemperatur schnell auf 38 Grad.

Achten Sie auf die Alarmsignale des Körpers

Hilfe bei Fieber
Oje, das sieht nicht gut aus: Ab einer Körpertemperatur von 39 Grad sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Heiko Wolfraum

Ab 38 Grad: Fieber - bei Babys sprechen Mediziner schon ab 37,8 Grad von Fieber. In Ihrem Inneren tobt ein heftiger Abwehrkampf gegen Krankheitserreger oder die Folgen einer Entzündung. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und produziert immer mehr weiße Blutkörperchen, die Krankheitserreger angreifen. Viren und Bakterien leiden dagegen unter der hohen Temperatur, sie vermehren sich langsamer. Je höher die Temperatur steigt, desto unangenehmer wird es für die Eindringlinge.

Vermeiden Sie bei Fieber jede Form von körperlicher Anstrengung und beobachten Sie die Entwicklung: Schüttelfrost ist eher ein Zeichen dafür, dass die Temperatur weiter steigen wird - Schweißausbrüche sprechen dafür, dass das Fieber nicht mehr schlimmer wird oder sogar langsam wieder sinkt. Im Bett oder auf dem Sofa sind Sie jetzt am besten aufgehoben. Auch wichtig: Über den Tag verteilt mindestens 3 Liter Wasser trinken, um Austrocknung zu vermeiden. Wer viel schwitzt, braucht viel Wasser!

Ab 39 Grad: Hohes Fieber - ab zum Arzt. Vor allem, wenn Sie außerdem unter starkem Husten oder Bauchschmerzen leiden. Denn durch das geschwächte Abwehrsystem wird der Körper auch für schwere Infektionen anfälliger. Herzmuskel- und Lungenentzündung können die Folge sein. Allgemein gilt: Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das Fieber länger als einen Tag andauert oder ohne erkennbaren Grund aufgetreten ist.

Ab 41 Grad: Extremes Fieber, auch Hyperpyrexie genannt - tritt bei extrem schweren Virus-Infektionen, Vergiftungen oder Gehirnerkrankungen auf. Medizinischer Notfall - unbedingt einen Arzt aufsuchen! Lebensgefahr besteht ab einer Temperatur von 42,6 Grad, denn dann gerinnen die Eiweißstrukturen im Körper. Ihre Körperzellen stellen langsam aber sicher den Dienst ein!

Wann wird Fieber richtig gefährlich?

Hohes Fieber ab 39 Grad ist eine enorme Belastung für den Organismus, besonders wenn es über mehrere Tage anhält. Der Hintergrund: Betroffene schwitzen stark und verlieren dadurch viel Flüssigkeit. Durch die Austrocknung kommt es zu Herz- und Kreislaufproblemen - Fieberkrämpfe, Schwindelgefühl oder Ohnmacht sind die Folge, teilweise entwickeln sich lebensgefährliche Thrombosen, die Blutgefäße verstopfen. Weitere Alarmsignale laut 'Apotheken Umschau': Nachtschweiß, geschwollene Lymphknoten, Gewichtsabnahme und Gelenkschmerzen. Lassen Sie sich direkt nach dem ersten Fiebertag vom Arzt untersuchen, um die Ursache abzuklären und die Austrocknung des Körpers zu verhindern.

Was hilft schnell und zuverlässig gegen Fieber?

In der Regel sind Infektionen die Ursache für Fieber-Attacken. Wenn Sie nur unter leichtem Fieber leiden, sollten Sie daher zunächst abwarten und auf die Abwehrkraft des Immunsystems vertrauen. Oft helfen auch kühlende Wadenwickel, um leichtes Fieber zu bremsen. Steigt die Körpertemperatur auf über 38,5 Grad, setzen Sie am besten auf fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen.

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