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850 Millionen Euro Unterhaltsvorschuss aus Steuergeldern: Väter, zahlt endlich für eure Kinder!

Warum zahlen die Väter nicht?
Warum zahlen die Väter nicht? Fakten zum Unterhaltsvorschuss 00:00:53
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Nach Trennungen oder Scheidungen wird Unterhalt für die gemeinsamen Kinder fällig. Zahlen muss der sogenannte "familienferne" Elternteil, also derjenige, der nicht mit den Kindern lebt. In mehr als 90 Prozent der Fälle sind es die Väter. Viele Unterhaltspflichtige leisten die Zahlungen allerdings nicht, sodass sie der Staat übernehmen und momentan jährlich 850 Millionen Euro zahlen muss.

Von Christiane Mitatselis

Nur 23 Prozent der Vorschuss-Zahlungen treibt der Staat wieder ein

In Deutschland werden circa 450.000 Alleinerziehende staatlich unterstützt, deren Ex-Partner keinen oder zu wenig Unterhalt für den Nachwuchs leisten. Die Behörden sind angehalten, die Vorschuss-Zahlungen wieder einzutreiben. Das gelingt ihnen aber, wie die 'FAZ' berichtet, lediglich in 23 Prozent der Fälle. Nur etwa 192 Millionen Euro holen sie sich zurück.

Das hat nicht nur mit Verweigerung zu tun. Sondern auch damit, dass viele Unterhaltpflichtige nicht zahlen können, da sie nichts oder zu wenig verdienen und selbst auf Sozialleistungen angewiesen sind. Manchmal sind auch die Väter unbekannt. Auch dann springt der Staat ein, er kann aber niemandem einen Zahlungsbescheid schicken.

Die Summe von 850 Millionen Euro an Unterhaltsvorschuss-Zahlungen dürfte sich in diesem Jahr sogar verdoppeln, da zum 1.Juli die Altersgrenze der Kinder von 12 auf 18 Jahre angehoben wird. Außerdem fällt die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre weg. Aus den 850 Millionen dürften so also ungefähr 1,7 Milliarden Euro werden.

Die Väter sollen zahlen - nicht der Steuerzahler!

Hoffentlich wird der der Staat auch seine Anstrengungen erhöhen, sich Geld zurückzuholen. Es ist schön und richtig, dass Alleinerziehenden geholfen wird. Das Unterhaltsvorschussgesetz ist seit 1980 in Kraft. Vorher gab es gar nichts. Wenn sich zahlungsunwillige Väter aus dem Staub machten, mussten die Mütter allein sehen, wie sie durchkamen. Heute greift ihnen die Gemeinschaft unter die Arme. Nicht schön und nicht richtig ist es aber, dass Steuerzahler auch dann einspringen müssen, wenn Väter nicht zahlen, weil sie nicht wollen, obwohl sie finanziell dazu in der Lage sind.

Einen Ansatz zur Problemlösung findet man hier: Seit 2013 können die Ämter durch das Kontoabruf-Verfahren herausfinden, bei welchen Banken Zahlungsverweigerer Konten haben und wann sie eingerichtet wurden. Im Jahr 2015 wurden circa 10.000 Abfragen durchgeführt. Die Ämter spürten dabei 6.000 vorher nicht bekannte Konten auf. 1.600 Mal gelang es ihnen, geleistete Unterhaltszahlungen wieder einzutreiben. Keine schlechte Quote.

Bestimmt würde es weiter helfen, wenn das Gesetz geändert würde und die Ämter oder Gerichte nicht nur die Stammdaten, sondern auch die Kontobewegungen der Nicht-Unterhaltszahler abfragen dürften. Und zwar nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Solvente Verweigerer könnte man so noch viel leichter ertappen.

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