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500-Gramm-Frühchen überlebt dank Frühstücksbeutel

Das erste Babyjahr eines Frühchens
Das erste Babyjahr eines Frühchens Ein paar Gramm Leben 00:06:57
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Ärzte nannten Connor eine "Fehlgeburt"

Rachel Crockett ist erst in der 22. Woche ihrer Schwangerschaft, als ihr die Fruchtblase platzt. Die Ärzte gehen davon aus, dass es sich um eine Fehlgeburt handelt, und wollen nichts tun, um das Baby zu retten. Und das, obwohl das kleine Leben in Rachel einen Herzschlag aufweist. Doch Rachel und ihr Partner Craig Walkow wollen für ihr Baby kämpfen und lassen sich in ein anderes Krankenhaus überweisen. Heute ist ihr kleiner Sohn Connor kerngesund und bereits über ein Jahr alt.

500-Gramm-Frühchen überlebt dank Frühstücksbeutel
Der kleine Connor und seine Eltern, Rachel Crockett und Craig Walkow © Bulls | South West News Service, MASONS

"Ihr Baby wird sterben", sagten die Ärzte im Krankenhaus von Milton Keynes zu Rachel. Für die werdende Mutter war das ein Schock. "Sie sagten uns, wir sollten uns von Connor verabschieden. Es fühlte sich an, wie das Ende der Welt", erklärt Rachel in einem Gespräch mit der ‚Daily Mail‘. Ihr und Craig wurde mitgeteilt, dass sie nichts für Connor tun könnten – und das, obwohl er bei seiner ersten Untersuchung einen Herzschlag hatte. Dem Paar wurde geraten, sich in ein anderes Krankenhaus verlegen zu lassen, wo man sich um Connor kümmern könnte.

Am Tag, nachdem Rachel in das John Radcliffe Krankenhaus in Oxford verlegt wurde, erblickte ihr Sohn Connor das Licht der Welt. In der 23. Schwangerschaftswoche wurde er mit einem Gewicht von nur knapp über 500 Gramm geboren. Das winzige Baby wurde in eine Art Frühstücksbeutel verlagert, um seine Temperatur zu regulieren. Es kam in einen Brutkasten und musste die ersten 75 Tage seines Lebens an einem Beatmungsgerät angeschlossen bleiben, bis sich seine Lungen komplett entwickelt hatten.

Heute ist der kleine Connor ein Jahr alt

Insgesamt sieben Monate verbrachte Connor im Krankenhaus. Während dieser Zeit kämpfte er mit vielen Komplikationen: Hirnblutungen, die sich jedoch selbst wieder heilten, eine Pilzmeningitis, die mit Antibiotika behandelt werden musste, sowie drei Operationen für eine Darmperforation und eine Laser-Augen-OP. Nach den sieben Monaten verbrachte Connor noch weitere zwei Wochen im Stoke Mandeville Krankenhaus, in der Nähe seines Zuhauses, ehe er nach Hause durfte.

Am 8. Oktober 2014 feierte der kleine Connor nun seinen ersten Geburtstag. Zwar entwickeln sich seine Lungen noch immer und er muss ständig an eine Sauerstoffzufuhr angeschlossen sein, doch es wird erwartet, dass er ohne jegliche geistige oder körperliche Behinderungen aufwachsen wird.

"Hätte ich auf die Ärzte gehört, hätte ich alle Hoffnung verloren und einfach eine Fehlgeburt akzeptiert", sagt Rachel Crockett heute. "Hätte ich mich nicht verlegen lassen, wäre er gestorben. Es ist wichtig, dass man ehrlich mit den Patienten ist, doch es muss mehr Hoffnung geben und den Babys muss eine Chance zum Überleben gegeben werden."

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