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3D-Spiele schädlich für Kinderaugen

Smartphone-Displays sind schlecht für Kinder
Smartphone-Displays sind schlecht für Kinder Räumliches Sehen entwickelt sich verzögert 00:00:23
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Hersteller warnen vor übermäßigem 3D-Konsum

Die Computer- und TV-Branche setzt derzeit insbesondere auf 3D-fähige Endgeräte. Computerhersteller versprechen ein noch intensiveres Spielerlebnis. Die Produzenten von TV-Geräten loben das neue dreidimensionale Fernseherlebnis. Doch nun mehren sich die Stimmen, die einen vorsichtigeren Umgang mit der neuen Technik fordern. Sich dreidimensionale Bilder anzuschauen, sei gesundheitlich nicht zu unterschätzen.

3D-Spiele schädlich für Kinderaugen
Das macht 3D so gefährlich © picture alliance / All Canada Ph, Oleksiy Maksymenko

Ein prominentes Beispiel dafür ist Nintendos handliche Spielkonsole "3DS". Hersteller Nintendo verblüfft mögliche Käufer mit einer Warnmeldung: Für Kinder unter sechs Jahren sei die Konsole ungeeignet und könne sogar Augenschäden hervorrufen.

Die Ursache der Problematik liegt in der Erstellung von 3D-Bildern in unserem Gehirn. Beim 3D-Modus werden im Prinzip unterschiedliche Bilder an das rechte und an das linke Auge geschickt und vom Gehirn dann zu einem einheitlichen Bild zusammengesetzt. Augenärzte betonen jedoch, dass das Sehvermögen von Kindern bis zum Alter von rund sieben Jahren noch nicht vollständig entwickelt ist. Mit der 3DS-Konsole zu spielen, könnte Kleinkindern also biologisch betrachtet überfordern und negative Auswirkungen auf das Sehvermögen dieser Kinder haben.

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Kleinkinder natürlich auch nicht einfach so 3D-Fernsehen schauen sollten.

Die Warnung von Nintendo geht übrigens noch weiter: Die 3D-Darstellung strapaziere selbst die Augen von Erwachsenen. Länger als eine halbe Stunde sollte niemand im 3D-Modus spielen, rät der Hersteller. Dann sei eine Pause notwendig.

Für Kinder hat der Hersteller allerdings vorgesorgt: Auf der Konsole spielen die Kleinen erst einmal in einem zweidimensionalen Modus. Eltern müssen erst über ein Passwort eine Sperre deaktivieren, bevor ihre Kinder auch dreidimensional spielen könnten.

Auch normale 2D-Displays schlecht für Kinder

Nintendo ist nicht der einzige Anbieter, der zum vorsichtigen Umgang mit der 3D-Technik mahnt. Auch die Hersteller entsprechender TV-Geräte weisen regelmäßig auf mögliche Gefahren wie Schwindel oder Übelkeit hin. Die Warnung gelte für Kinder aber genauso auch für Erwachsene.

So empfiehlt der japanische Hersteller Sony, bei Unwohlsein das Anschauen von 3D-Filmen oder 3D-Bildern zu unterbrechen und im Wiederholungsfall einen Arzt aufzusuchen. Kinder unter sechs Jahren sollten erst von einem Kinder- oder Augenarzt untersucht werden, bevor sie sich vor die neuen 3D-Fernseher setzen.

Noch vorsichtiger ist Konkurrent Panasonic. Das Unternehmen rät Personen mit Herzproblemen völlig auf 3D-TV verzichten. Der Rest soll nach dem Anschauen von 3D-Inhalten seinen Augen eine Ruhepause von 30 bis 60 Minuten gönnen.

Grundsätzlich ist der übermäßige Konsum von allen digitalen Inhalten für Kinder auch deshalb nicht zu empfehlen, weil sich die Fähigkeit zum räumlichen Sehen nur verzögert entwickelt. Warum das so ist, sehen Sie im Video.

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