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32-Stunden-Woche für Familien: Werden Eltern endlich belohnt?

Wer Kleinkinder hat, soll weniger arbeiten

Job und Familie unter einen Hut zu kriegen, das ist auch im Jahr 2014 ganz oft noch ein echter Kraftakt, wenn es denn überhaupt gelingt. Viele Ehen bleiben wegen der hohen Kosten und vieler Probleme gewollt kinderlos oder man beschränkt sich auf ein einziges Kind. Die neue Familienministerin Schwesig, SPD, hat jetzt allerdings einen bemerkenswerten Vorschlag gemacht: Eltern kleiner Kinder sollen nur noch 32 statt 40 Stunden in Vollzeit arbeiten müssen, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben.

32-Stunden-Woche für Familien: Endlich werden Eltern belohnt!
© Kzenon - Fotolia

Dabei geht es nicht nur um mehr Eiapopeia mit den Kleinen: Seit Jahrzehnten bereits sinken die Geburtenraten in Deutschland. In 2012 hatte Deutschland mit 8,4 Geburten pro 1.000 Einwohner die geringste Geburtenrate in der EU. Eine Entwicklung, die extrem gefährlich ist. Das deutsche Rentensystem basiert auf dem sogenannten Generationenvertrag. Das heißt: Wer heute in die Rentenkasse einzahlt, zahlt nicht auf ein Konto für sich selbst ein, sondern finanziert die Versorgung der heutigen Rentner.

Frankreich hat schon lange die 32 Stunden-Woche: Und 50 Prozent mehr Geburten!

Da immer weniger Menschen geboren werden und es tendenziell auch immer weniger sozialversicherungspflichtige Arbeit gibt, droht dieses System zusammenzubrechen. Immer weniger Menschen müssen die Rente für immer mehr zahlen, denn jede neue Rentner-Generation lebt auch noch länger. Ein ungerechtes System für die, die zahlen, ungerecht aber auch für die Rentner, die immer neue Kürzungen und Einschränkungen hinnehmen müssen. Es helfen nur mehr Kinder.

In Frankreich gilt die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich schon seit Jahren für Mütter. Belohnt wird das mit der dritthöchsten Geburtenrate der EU: 12,6 Kinder pro 1.000 Franzosen gab es zuletzt, also satte 50 Prozent mehr als in Deutschland.

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