17.000 Frauen suchen Schutz im Frauenhaus

17.000 Frauen suchen Schutz im Frauenhaus
17.000 Frauen suchen Schutz im Frauenhaus © dpa, Maurizio Gambarini

Auf dem Land weniger Frauenhäuser als in der Stadt

17.000 Frauen in Deutschland suchen jährlich Schutz in sogenannten Frauenhäusern. Das berichtet die 'Welt' und beruft sich dabei auf einen noch unveröffentlichten Bericht des Familienministeriums. Da viele Frauen zusammen mit ihren Kindern vor häuslicher Gewalt fliehen, kommen etwa 30.000 bis 34.000 Menschen jährlich in den Schutzeinrichtungen unter.

Die Studie ist laut Familienministerium die erste umfassende Betrachtung der Frauenhaus-Siuation in Deutschland. Hierzulande gibt es 353 Frauenhäuser und rund 40 Schutzwohnungen mit insgesamt über 6.000 Plätzen. 750 Beratungsstellen kümmern sich zudem um Hilfe suchende Frauen. Ende des Jahres soll auch ein bundesweites Hilfstelefon eingerichtet werden.

In der Menge der Angebote gibt es deutliche Diskrepanzen zwischen Stadt und Land. Das größte Angebot gibt es in den Ballungszentren, Frauen aus ländlichen Gebieten müssen oft weite Wege in Kauf nehmen. Die Studie empfiehlt daher, mobile Angebote auf dem Land weiter auszubauen, damit die Frauen nicht aus ihrem Umfeld gerissen werden und auch ihren Job weiter ausüben können.

Schröder sieht keinen Handlungsbedarf bei Frauenhäusern

Rund 9.000 schutzsuchende Frauen konnten im vergangenen Jahr nicht aufgenommen werden, da die Frauenhäuser überfüllt oder nicht geeignet gewesen sein. Schwierig sei häufig die Betreuung der Kinder. Beispielsweise nehmen die meisten Einrichtungen nur Söhne bis 14 auf. Die Frauen stünden dann vor der schweren Entscheidung, ihre Kinder bei dem gewalttätigen Partner zu lassen. Alternativ würden die Frauen mit ihren Kindern in einem Notdienst aufgenommen.

Familienministerin Kristine Schröder sieht laut Bericht keinen Handlungsbedarf: „In Deutschland gibt es ein ausdifferenziertes Netz an Unterstützungseinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder.“ Bund, Länder und Kommunen sollten aber gemeinsam mit Fachorganisationen Versorgungslücken schließen.

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