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'10 Weeks BodyChange' im Test: Ist diese Diät zu schön, um wahr zu sein?

Diät-Check: I make you sexy
Diät-Check: I make you sexy BodyChange 00:02:29
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'10 Weeks BodyChange - I make you sexy': Hier ist der Name Programm

Wenn doch alles im Leben so einfach wäre, wie eine Diät: Sich von abgezählten Brokkoli-Röschen ernähren und stundenlang beim Sport schwitzen – das alles gehört endlich der Vergangenheit an. Stattdessen lautet die Devise: In nur zehn Wochen 20 Kilo weniger auf die Waage schleppen. Und das ganz ohne täglichen Sport-Wahnsinn und lästiges Kalorienzählen. Klingt zu schön um wahr zu sein? Da bin ich ganz Ihrer Meinung! Aber ist es deswegen unmöglich? Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen! Deswegen (und - ja, ich gebe es zu - der seeehr vielversprechende Titel des Abnehm-Programms hat seine, von Marketing-Experten ausgeklügelte Wirkung bei mir nicht verfehlt) habe ich ‚10 Weeks BodyChange - I make you sexy‘ von Mister-‚Bäm Bäm Bäm‘ Detlef D! Soost einem Praxistest unterzogen.

'10 Weeks BodyChange' im Test: Ist diese Diät zu schön, um wahr zu sein?
Redakteurin Ann-Christin Gebhardt hat' 10 Weeks Body Change' ausprobiert.

Ann-Christin Gebhardt

Er macht mich sexy – na, herzlichen Glückwünsch, Herr Soost! Nach vielen, vielen Monaten, die ich bestens ohne Sport auskommen bin und jeder Menge Versuchungen, denen ich nur zu gerne nachgegeben habe, liegt da nämlich ein hartes Stück Arbeit vor Ihnen. Aber was wäre so ein Selbstversuch auch, wenn ich bereits mit den Maßen 90-60-90 durch die Straßen von Köln stöckeln würde, hm? Und auch wenn das mit dem Stöckeln schon durchaus gut funktioniert, so darf an den Maßen doch gerne gearbeitet werden.

Und zwar so: „Das hochwirksame Abnehm-Programm wurde von einem erfahrenen Team aus Ernährungsexperten und Sportwissenschaftlern entwickelt und basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“, heißt es. Zum Erfolg führen soll uns eine ausgewogene Ernährung, die auf Kohlehydrate verzichtet, sowie zwei Mal zwanzig Minuten Sport pro Woche (NUR???). Einmal pro Woche gibt es den sogenannte ‚Load-Tag‘, der es uns erlaubt, nach Herzenslust zu schlemmen und dabei den ganzen Tag in Joggingbuxe und Schlabber-Shirt auf der Couch zu liegen. Herrlich! Nach zehn Wochen fühlen wir uns angeblich fit, schlank - und ganz wichtig! - sexy.

Dank leckerer Rezepte hat der Schweinehund keine Chance

Pff, wie schwer kann das schon sein? Sehr schwer! Denn wie so oft im Leben ist auch dieses Abnehm-Programm leichter runtergetippt, als getan. Dabei erfülle ich die idealen Voraussetzungen für ‚10 Weeks BodyChange‘:

Single – Check!

Kinderlos – Check!

Talent zum Kochen – Check!

Hochmotiviert – Check! (In meinem Fall: Die Lieblingsjeans passt nicht mehr und eine Nummer größer kaufen, geht gegen meinen Stolz)

Doch Abnehmen heißt nun mal Verzichten. Und wie bei so vielen Diäten steht auch bei ‚10 Weeks BodyChange‘ die Ernährungsumstellung im Fokus. Verboten sind ab sofort Zucker, Obst, Milchprodukte, jede Form von Kohlenhydraten (ja, auch Vollkornbrot!), Säfte und Alkohol. Kein Obst? Nein, wegen dem Fruchtzucker! Und keine Milchprodukte? Nein, weil die die Fettverbrennung stoppen. Zugreifen dürfen wir hingegen bei Gemüse aller Art, Fleisch (am besten Huhn und Rind), Fisch, Nüssen, Eiern und Hülsenfrüchten. Zu trinken gibt es ab sofort nur noch Wasser, Tee (Grünen, denn „der kurbelt die Fettverbrennung an“) und Kaffee (schwarz natürlich).

Ich beginne meinen Tag also mit einer Portion Rührei und schnipple auch noch eine frische Tomate rein. So weit, so gut. Das obligatorische Brötchen morgens fehlt mir zwar etwas, aber nicht so sehr wie befürchtet. Schwieriger wird es da schon mittags in der Kantine. Während die lieben Kollegen selbstverständlich zu Schnitzel, Pasta und Co. greifen, ist für mich Hühnchen mit Salat angesagt. Laaaangweilig! Aber was muss, das muss ja bekanntlich.

Dafür geht es am Abend kreativer zu. Dank des ‚I make you sexy‘-Kochbuchs, das die leckersten Rezepte anderer ‚BodyChange‘-Teilnehmer beinhaltet, bekomme ich ein paar Ideen, was ich mit den Zutaten, die von nun an auf meinem Speiseplan stehen, noch so anfangen kann. Ich entscheide mich für eine orientalische Tomaten-Hack-Suppe. Lecker!

Und so geht das Tag für Tag für Tag … Das morgendliche Rührei hängt mir mittlerweile zum Halse raus, daran ändern auch die zahlreichen Variationen mit Champignons, Paprika und sonstigem Gemüse nichts. Und das mittägliche Essen in der Kantine ist auch längst zu einem nicht enden wollenden Spießroutenlauf gegen meinen inneren Schweinehund mutiert. Abends läuft es dafür umso besser. Das Kochbuch gibt einiges her und by the way freue ich mich, dass ich meine Leidenschaft fürs Kochen neu entfachen konnte. So kommt mein Gaumen in den Genuss von Rotbarschfilet mit Kräuterkruste, Blumenkohlsteak oder einer Zucchiniquiche. Es gibt Schlimmeres, oder? Die Erfolgsgeschichten der Teilnehmer, die zu Hauf im Buch gepriesen werden, stacheln mich auch - wer hätte das gedacht? – erfolgreich an. Was die können, kann ich schließlich auch.

Blöd wird es nur, wenn es zu gemütlichen Restaurantbesuchen mit Freunden kommt. Der Ernährungsplan lässt sich beim Lieblingsspanier um die Ecke nämlich nur sehr schwer bis gar nicht durchführen. Aber hey, wofür gibt es den ‚Load-Tag‘? Juhuuu! Ich schlauer Fuchs habe dafür den Samstag auserkoren und kann so ordentlich zulangen – ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Tapas? Loooaaad! Aioli? Loooaaad! Jede Menge Frittiertes? Auch kein Problem, weil Loooaaad!

Doch auch wenn Abnehmen laut Detlef D! Soost zu 70 Prozent auf der richtigen Ernährung basiert, so kommen wir leider auch bei diesem Diät-Programm nicht drumherum, unsere Sportschuhe zu entstauben und wenigstens zwei Mal zwanzig Minuten pro Woche ordentlich zu schwitzen. Also, Schluss mit der Scheinmitgliedschaft im Fitnessstudio (ja, auch ich war so eine Karteileiche) und rauf auf den Crosstrainer. Übrigens wird jetzt auch deutlich, was es mit meiner Behauptung, dieses Abnehm-Programm sei am ehesten für kinderlose Singles geeignet, auf sich hat. Denn neben dem Job und der fast täglichen Einkäufe (Vorräte horten ist nicht mehr möglich – frische Zutaten sind jetzt angesagt) nimmt das Programm mehr Zeit als erwartet in Anspruch und verlangt, auch wenn es so nicht propagiert wird, dass Sie sich voll auf sich konzentrieren.

Mittlerweile reichen mir die zwanzig Minuten Sport auch nicht mehr aus. Jeweils eine Stunde kämpfe ich nun zwei Mal die Woche im Fitnesstudio gegen Muskelkater und Co. und kann dadurch schnell erste Erfolge verbuchen. Na, geht doch! Allerdings macht mir der Kohlenhydratmangel allmählich zu schaffen. Das Loch in meinem Magen wird von Tag zu Tag größer und meine Laune ist auf dem Tiefpunkt. Auch die vielen Proteine setzen meinem Körper zu. Um das zu verhindern müsste ich trinken, trinken, trinken – tu ich aber nicht, selber Schuld!

Dennoch war das ‚10 Weeks BodyChange – I make you sexy‘-Programm ein voller Erfolg für mich. Die Lieblingsjeans passt wieder, einige Teile mussten sogar enger gemacht werden und insgesamt fühle ich mich tatsächlich fitter und gesünder. Um das Loch in meinem Magen in Zukunft etwas zu füllen und dem Tag gut gelaunt zu begegnen, werde ich wohl morgens wieder zu meinem geliebten Brötchen greifen, ansonsten aber weiter standhaft bleiben und auch dem Fitnessstudio regelmäßig einen Besuch abstatten.

Detlef D! Soost, der das Konzept entwickelte, nachdem er 2012 selber etwas zu viel auf den Tänzer-Rippen hatte, hat mit ‚10 Weeks BodyChange‘ zwar kein bahnbrechend neues Programm auf den Markt gebracht - das Erfolgskonzept ‚Sport und keine Kohlenhydrate‘ ist schließlich fast so alt wie die Diät selber – dafür ist es aber garantiert von Erfolg gekrönt. Nur eins noch: Versteifen Sie sich nicht allzu sehr auf die 20 Kilo in zehn Wochen. Zehn Kilo, und das ist der Durchschnitt, den ‚BodyChange‘-Teilnehmer abgenommen haben, sind doch auch schon ein grandioser Erfolg, oder?

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