Neu Delhi: Vergewaltigern droht die Todesstrafe

03.01.13 19:51
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Bildquelle: dpa bildfunk
 

Vater des Opfers: Monster sollen gehängt werden

Nach dem Tod des Opfers einer Gruppenvergewaltigung in Indien begann nun vor einem Schnellgericht in Neu-Delhi das Verfahren gegen die mutmaßlichen Täter. Es wurde Anklage wegen Mordes gegen sie erhoben. Sie müssen sich außerdem wegen Gruppenvergewaltigung, Entführung und weiterer Straftaten verantworten, berichtete der Nachrichtensender CNN-IBN. Bei dem sechsten Tatverdächtigen muss nach Polizeiangaben noch geprüft werden, ob er minderjährig ist. Ihm droht ein separates Verfahren vor einem Jugendgericht.

Sie sollen die Studentin im Dezember in einem Bus vergewaltigt und gefoltert haben. Die außergewöhnlich brutale Tat löste weltweit Entsetzen aus. Den Tätern droht die Todesstrafe – und genau die fordert auch der Vater des Opfers. "Das ganze Land verlangt, dass diese Monster gehängt werden", sagte der Vater in seinem Heimatdorf Mandwara Kala im Bundesstaat Uttar Pradesh. "Ich denke genauso".

Das Bezirksgericht, das mit dem Vergewaltigungsfall befasst ist, musste noch Pflichtverteidiger für die Angeklagten finden. Die Anwaltskammer hatte zuvor mitgeteilt, niemand wolle die mutmaßlichen Täter verteidigen. Die Anklageschrift soll rund 1.000 Seiten dick sein, darunter sind auch die Aussagen des Freundes der Frau und eines Mannes, der vor der Tat von den mutmaßlichen Angreifern ausgeraubt worden sein soll.

Todesstrafe in besonders schweren Mordfällen möglich

Das 23-jährige Opfer war am 16. Dezember von mehreren Männern in einem Bus in Neu Delhi vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und nackt aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Am vergangenen Samstag war die junge Frau nach mehreren Notoperationen in einem Spezialkrankenhaus in Singapur an ihren Verletzungen gestorben. Ein Freund von ihr wurde ebenfalls misshandelt und überlebte verletzt.

Die Polizei hatte nach dem Tod der Frau mitgeteilt, sie strebe die schwerste mögliche Strafe für die Täter an. Der Vater des Opfers forderte für die Täter den Tod durch den Strang. In außergewöhnlich schweren Mordfällen kann in Indien die Todesstrafe verhängt werden. Eine Todesstrafe durch Erhängen wird dort nur sehr selten vollstreckt. Zum ersten Mal seit acht Jahren war dies im November geschehen, als der überlebende Attentäter der Anschläge im indischen Mumbai im Jahr 2008 mit dem Tode bestraft wurde.

Das brutale Vorgehen der Täter hatte in Neu-Delhi und anderen indischen Städten zahlreiche Demonstrationen ausgelöst. Der Regierung wird vorgehalten, zu wenig gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen zu tun. Frauenrechtlern zufolge werden in Indien Vergewaltigungen nur selten bestraft. In Indien wird Polizeidaten zufolge rund alle 20 Minuten eine Frau vergewaltigt.

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