Algerier Brahimi soll neuer Syrien-Beauftragter werden

10.08.12 07:40
Syrien, UN
Bildquelle: Reuters
 

Nachfolger für Annan

Der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi wird Diplomaten zufolge voraussichtlich neuer Syrien-Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga. Die Entscheidung werde wohl Anfang kommender Woche verkündet. Die Wahl könne in letzter Minute aber auch auf jemanden anderen fallen, wenn wichtige Mitgliedsländer Vorbehalte gegen den Kandidaten anmelden sollten.

Der neue Sonderbeauftragte wird Nachfolger des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan, der zum Monatsende aus dem Amt scheidet. Annan hatte seinen Rücktritt damit begründet, dass sich die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats im Syrien-Konflikt gegenseitig blockierten.

Der 1934 geborene Brahimi war von 1991 bis 1993 algerischer Außenminister. Er war später im Auftrag der UN in zahlreichen Krisenherden als Vermittler tätig, darunter in Afghanistan und im Irak.

Rebellen rüsten sich zur Gegenoffensive in Aleppo - GB unterstützt

Die Kämpfe in der Stadt Aleppo gehen derweil weiter. Nach der Vertreibung der Aufständischen aus einem strategisch wichtigen Bezirk haben die Rebellen eine Gegenoffensive angekündigt. "Wir haben uns im benachbarten Stadtteil Sukkari neu gesammelt und bereiten einen Gegenangriff vor", sagte der örtliche FSA-Kommandeur Abu Omar al-Halebi. Die Einheiten der Rebellen-Armee FSA mussten sich nach heftigen Kämpfen aus dem südwestlichen Stadtviertel Salaheddin zurückziehen.

Das syrische Militär hatte einen neuen Anlauf gestartet, um die Aufständischen aus der seit fast drei Wochen umkämpften Millionenstadt zurückzuschlagen. Beide Konfliktparteien wie Beobachter sehen im Ausgang der Schlacht um Aleppo eine Vorentscheidung mit Blick auf das Schicksal des Regimes von Baschar al-Assad.

Großbritannien stellt den Rebellen in Syrien Ausrüstung im Wert von fünf Millionen Pfund für ihren Kampf gegen das Regime. Dabei handle es sich nicht um tödliche Waffen, betonte Außenminister William Hague in London. Unter den Hilfsmitteln seien vor allem Funk- und Kommunikationstechnik sowie medizinische Hilfe. Auch Schutzanzüge seien dabei. "Da es keine diplomatischen Fortschritte gibt, wird das Vereinigte Königreich jetzt einiges mehr tun." Obwohl das Regime zum Scheitern verurteilt sei, sei es weiterhin extrem gefährlich.

Der Iran rief indes die syrischen Rebellen zum Dialog auf. Zum Abschluss einer von nur wenigen Ländern besuchten Syrien-Konferenz sagte der gastgebende iranische Außenminister Ali Akbar Salehi in Teheran, die Opposition solle im Dialog mit der Führung den Reformprozess vorantreiben. Es sei ein Irrtum zu glauben, die syrische Führung werde unter anhaltendem Druck zusammenbrechen.

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